Fanbegleiter erhebt schweren Vorwurf

Ein Fandelegierter des Eishockeyclubs Rapperswil-Jona Lakers soll beim Angriff auf die Bieler Fanbusse nach dem Spiel vom Samstag «zuvorderst mitgemischt» haben. Die Lakers wollen den Vorwürfen nachgehen. Die Polizei rudert derweil zurück.

Pascal Büsser
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RAPPERSWIL-JONA. Der Vorwurf ist happig. Ein Fandelegierter der Lakers soll bei den Ausschreitungen am Samstag nach dem Spiel zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem EHC Biel zuvorderst mitgemischt haben. Also einer jener Personen, die als Bindeglied zum Club dienen und eigentlich mässigend auf die Anhänger einwirken sollten. Der Vorwurf stammt von Hans-Ulrich Köhli, Fandelegierter des EHC Biel.

Nachdem die beiden Bieler Fanbusse den Bereich vor dem Stadion verlassen hatten, wurden sie wenige hundert Meter weiter von Lakers-Fans gestoppt und angegriffen, wie Gian Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei St. Gallen bestätigt. Laut Rezzoli konnte die Polizei einen Lakers-Anhänger beobachten, der einen Bus mit einem Kantholz angriff. Die Polizei habe ihn unter heftiger Gegenwehr kurzzeitig festgehalten und die Personalien aufgenommen. Er muss sich wegen Sachbeschädigung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte verantworten.

Fenster eingeschlagen

Gemäss dem Bieler Fandelegierten Köhli war es eine Handvoll bis maximal ein Dutzend Lakers-Fans, die den Bus angriffen. Köhli behauptet, dass darunter ein Fandelegierter der Lakers gewesen sei. «Er hat versucht, die Scheibe an meinem Platz mit einer Baustellenlampe einzuschlagen», so Köhli. Er habe dies als direkten Angriff auf seine Person interpretiert. Die Scheibe sei jedoch ganz geblieben. Erst bei einem weiteren Angriff sei das äussere Glas einer Doppelscheibe weiter hinten am Bus zu Bruch gegangen.

Lakers zeigen sich skeptisch

Bei den Lakers ist man über die Vorwürfe erstaunt und skeptisch. «Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte, dass ein Fandelegierter von uns involviert war», sagt Katharina Ganz, Koordinatorin der Fanzusammenarbeit der Rapperswil-Jona Lakers. Lakers-Geschäftsführer Roger Sigg äussert sich zurückhaltend: «Wenn dem so wäre, hätte das sicher Konsequenzen.» Doch es gelte jetzt, die Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft abzuwarten.

Zu den Vorkommnissen im Stadion musste die Polizei ihr Communiqué berichtigen. Es kam nicht, wie am Sonntag mitgeteilt, zu einer Massenschlägerei. Vielmehr sorgten die privaten Sicherheitskräfte im Stadion mit Pfefferspray dafür, dass nach dem Spiel in der Halle verbliebene Anhänger der beiden Clubs nicht die Trennwand zwischen Gäste- und Heimsektor stürmten. Der Bieler Fandelegierte Köhli schätzt, dass ein gutes Dutzend Lakers-Anhänger 20 bis 30 Bielern gegenüberstanden. Dazwischen hätten sich rund ein Dutzend Sicherheitsleute befunden. Über die Verhältnismässigkeit des Pfefferspray-Einsatzes gehen die Ansichten auseinander. Der Konfrontation vorausgegangen waren verbale Provokationen und Becherwürfe, wie Beteiligte berichten. Im abgetrennten Gästebereich vor dem Stadion flogen nach dem Spiel Schneebälle und Gegenstände von den Lakersfans. Ebenso flogen Schnee und Material von Bieler Fans in die Gegenrichtung. «Auch hier kam es zu keinem direkten Kontakt zwischen den Fangruppen», so Köhli.

Sondersitzung im Stadtrat

Laut Polizeisprecher Rezzoli herrschte vor dem Stadion eine aggressive Stimmung. Mit der Eskalation hatte aber niemand gerechnet. Die Polizei hatte das Dispositiv für das Spiel gegen Biel auf der zweittiefsten Risikostufe angesiedelt. Der für Sicherheit zuständige Stadtrat Roland Manhart will noch diese Woche eine Sondersitzung der mit der Fanthematik betrauten Fachgruppe von Stadt, Lakers und Polizei einberufen.

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