Familiengärtner wehren sich

«Stadt profitiert von Bahnprojekt», 15.8.2012

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«Stadt profitiert von Bahnprojekt», 15.8.2012

Im Artikel steht es so schön positiv geschrieben: «Mit dem Wegfall des Bahnbetriebs im Ruckhaldehang könnten Wohnungen an zentraler und aufgewerteter Lage erstellt werden, schreibt der Stadtrat». Dass dadurch über 70 Pächter und die dazugehörigen Familien ihren «Pflanzblätz» verlieren, wird lieber nicht erwähnt. Der Familiengarten an der Ruckhalde bietet vielen Hobbygärtnern aus der Umgebung einen gesunden Ausgleich. Er ist eine sinnvolle Möglichkeit, seine Freizeit zu gestalten. Häufig wird auch vergessen, dass in einem Familiengarten viele verschiedenen Nationen nebeneinander friedlich gärtnern, grillieren und ihren Feierabend oder das Wochenende geniessen.

Natürlich sind im Richtplan Ersatzareale für zu überbauende Familiengärten vorgesehen. Doch wem nützt ein Garten beim Gübsensee oder auf der Notkersegg? Diese Areale wären nur mit dem Auto vernünftig erreichbar. Aus meiner Sicht machen Familiengärten nur Sinn, wenn sie in Fussdistanz erreichbar sind. Mit einem Verdrängen der Familiengärten an den Stadtrand würde (Zitat) die «sehr wesentliche Ergänzung und de facto ein Ausbau des lokalen öffentlichen Verkehrs in der Stadt» aus meiner Sicht wieder ausgehebelt.

Die 2,4 Millionen Franken an die Durchmesserlinie kämen durch den Verkauf des Baulandes schnell wieder in die Stadtkasse zurück. Dies allerdings nur auf Kosten einer unwiederbringlichen Einbusse an Lebensqualität für viele Familien.

Gisela Bertoldo

Präsidentin Familien-

gärtnerverein Ruckhalde

Hochwachtstrasse 9, 9000 St. Gallen