Familiengärten in den Quartieren erhalten

«Sieben von 18 Arealen gefährdet», Ausgabe vom 29. August

Mariann Baschnonga Schönaustrasse 35, 9000 St. Gallen
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«Sieben von 18 Arealen gefährdet», Ausgabe vom 29. August

Mit Freude habe ich gelesen, dass im Stadtparlament der Erhalt von Familiengärten thematisiert wird. Familiengärten sind grüne Lungen in den Quartieren. Sie erfüllen eine wichtige Rolle als Grünflächen in den Städten. Sie ermöglichen aktive Freizeitgestaltung als Orte der Selbstversorgung und dienen auf vielfältige Weise einem gelebten sozialen Miteinander. Die Gärten, welche nach biologischen Grundsätzen bewirtschaftet werden, wirken sich ausserdem positiv auf das Klima in St. Gallen aus und tragen mit Blumen und Sträuchern ihren Teil zur Biodiversität bei.

Bauliche Verdichtung heisst weniger Fläche für Bauten verwenden, um Grünflächen in den Quartieren zu schonen. Dies sollte bei Bauten der öffentlichen Hand immer im Vordergrund stehen. Verdichtet bauen ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass der Richtplan der Stadt St. Gallen von 2012, Punkt S4.4 Familiengärten, eingehalten und erfüllt werden kann.

Der Richtplan hält fest, dass circa drei bis vier Quadratmeter Gartenparzelle pro Einwohnerin und Einwohner der schweizerische Normalwert ist. Den 79 000 St. Gallern stehen brutto 210 700 Quadratmeter zur Verfügung, also nur 2,7 Quadratmeter pro Person. Damit liegt die Stadt heute schon unter dem Richtwert. Wird die Berechnung auf die aktuell als «gesichert geltenden» 152 000 Quadratmeter reduziert, resultiert ein Angebot von nur noch 1,8 Quadratmeter Familiengarten pro Kopf. Dieser Wert liegt weit entfernt von den 3,8 Quadratmetern in der Stadt Basel, wo sich die Stimmberechtigten für den Erhalt der Familiengärten eingesetzt haben.

Heute befinden sich 72 Prozent der Familiengärten in der Grünzone und 28 Prozent auf Baulandreserven. Etwa 40 000 Quadratmeter der Gärten sind im Eigentum der öffentlichen Hand. Damit kann die Stadt dafür sorgen, dass florierende Familiengärten in den Quartieren erhalten bleiben.