«Falschen Erwartungen kann entgegengewirkt werden»

Schüler der Oberstufenzentren Buechenwald und Rosenau haben in verschiedene Berufe hineingeschnuppert. Dabei wagten sie sich an Aufgaben, die auch Lehrlinge erledigen. So kann der eine oder andere Beruf ausgeschlossen werden.

Christina Dietze
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In der Küche des Altersheims Abendruh wurden am Dienstagnachmittag fleissig Karotten geschnitten und Eier aufgeschlagen. Die Oberstufenschüler der Schulen Buechenwald und Rosenau konnten an fünf Halbtagen in fünf verschiedene Berufe hineinblicken. Von vergangenem Montag bis gestern Mittwoch fanden diese «Berufserkundungstage» zum dritten Mal statt. Insgesamt wurden gemäss Mitteilung in 50 Betrieben 45 verschiedene Berufe vorgestellt.

Schaut man die Zahl angemeldeter Schüler für die jeweiligen Betriebe an, scheinen sich die Schüler besonders für die technischen und gestalterischen Berufe zu interessieren. So sind bei den Berufen Informatiker, Polygraph, Konstrukteur und Interactive Media Designer alle Plätze an allen drei Tagen vergeben, wo andernorts sich nur wenige eingeschrieben haben. Aber auch die Plätze für die Berufe Kaufmann, Gärtner und Detailhandelsfachmann wurden alle belegt. Bei der Einteilung konnte nicht auf jede Präferenz der Schüler Rücksicht genommen werden, wie ein Schüler sagt.

Falschen Erwartungen von Schülern wolle man mit diesem Tag bewusst entgegenwirken, sagt Caroline Rohner, Mitarbeiterin bei Signvision. Sie hat vorgestern den Beruf Gestalter Werbetechnik vorgestellt. «Viele Schüler haben das Gefühl, sie können in diesem Beruf viel gestalten – aber wir sind mehr die Ausführer.» Eher sei handwerkliches Geschick und Geduld gefragt. So haben die Schüler Logos von Klebefolie befreit, die später auf ein Produkt geklebt werden. Auch in der Küche des Altersheims Abendruh wurde Feinarbeit geleistet. Besonders gefallen hat einer Schülerin die Einführung in die richtige Schnitttechnik beim Karotten-Schneiden. Das Gemüse-Schneiden habe im ersten Lehrjahr Priorität, sagte Luzia Stark. Sie stellte den Beruf Koch vor und blickt mit guten Erinnerungen an die «Berufserkundungstage» zurück. «Dank dieser Aktion hat letztes Jahr der erste Kontakt mit der jetzigen Lehrtochter stattgefunden.» Die fertigen Rüebli-Muffins durften die Schüler mit nach Hause nehmen. Die kleingeschnittenen Rüebli werden morgen dann zu einer Suppe weiterverarbeitet.

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