Falsche Abstimmungszahlen aus Rapperswil-Jona

RAPPERSWIL-JONA. In Rapperswil-Jona sind 1000 Ja-Stimmen für die Steuergerechtigkeitsinitiative nicht gezählt worden. Wie das passieren konnte, ist dem Stadtpräsidenten ein Rätsel. Das offizielle Ergebnis muss nun korrigiert werden. Am Abstimmungsresultat ändert sich allerdings nicht viel.

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In Rapperswil-Jona wurden 1000 Stimmen nicht gezählt. (Bild: Keystone)

In Rapperswil-Jona wurden 1000 Stimmen nicht gezählt. (Bild: Keystone)

Auf Facebook wunderte sich am Montagmorgen SP-Sekretär Daniel Hungerbühler über das Ergebnis der kantonalen Abstimmung zur Steuergerechtigkeitsinitiative in Rapperswil-Jona. Das Verhältnis der Nein-Stimmen liege dort markant höher als in anderen Gemeinden.

Ein Blick auf das offizielle Abstimmungsergebnis zeigt, dass das Stimmbüro in Rapperswil-Jona für die kantonale Vorlage 8289 Stimmausweise registriert hatte − aber nur 6621 Stimmzettel gezählt wurden. Das hätte bedeutet, dass 1668 Stimmberechtigte über diese Vorlage nicht abstimmten − markant mehr als bei anderen Vorlagen.

Ja-Stimmen gingen vergessen
Das nach St.Gallen gemeldete Resultat ergab zudem einen Nein-Stimmen-Anteil von fast 85 Prozent. Im Kanton St.Gallen scheiterte das Begehren von SP, Grünen und Gewerkschaften aber mit 73 Prozent Nein-Stimmen.

Wieso war die Ablehnung in Rapperswil-Jona so deutlich? Das Rätsel löst Stadtpräsident Erich Zoller (CVP): Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda räumte er ein, dass am Sonntag 1000 Ja-Stimmen zu wenig gezählt worden seien. «Wir können uns das nicht erklären», sagte er.

In Rapperswil-Jona mit rund 26'000 Einwohnern wird noch von Hand gezählt. Das ist auch der Grund, wieso die Ergebnisse beim Kanton meistens spät eintreffen − später auch als diejenigen aus der Stadt St.Gallen, wo elektronisch gezählt wird. Für jede Vorlage gibt es in Rapperswil-Jona für die Auswertung eine Ja− und eine Nein-Kiste. Beim Zählen werden die Stimmzettel jeweils zu 500er-Bündel zusammengefasst.

In der Kiste aufbewahrt
Auf Nachfrage des Kantons, dem das aus dem Rahmen fallende Resultat zur kantonalen Abstimmung aufgefallen war, sei nochmals nachgeschaut worden, schilderte der Stadtpräsident. Die Überraschung: «In der Ja-Kiste fanden sich vier statt nur zwei 500er-Bündel». Nun müsse das Abstimmungsresultat, das immerhin erst als provisorisches Endergebnis gemeldet worden sei, korrigiert werden.

Am Resultat ändert sich allerdings nicht viel. Die Steuergerechtigkeitsinitiative erreichte mit den vergessenen Stimmzetteln aus Rapperswil-Jona 34'591 Ja-Stimmen. Ihnen stehen unverändert 90'060 Nein-Stimmen gegenüber. (sda)