Falls Molotowcocktails fliegen

GOLDACH. Fünfzig Angehörige der Feuerwehr üben bei einem angenommenen «Landi»-Brand Sicherheitsvorkehrungen und Handling. Leute vom regionalen Sanitätszug betreuen «Gerettete» auf dem von ihnen gewählten Standplatz.

Peter Beerli
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Mit dauerndem Sprühregen kämpften Feuerwehrleute bis aufs Dach gegen den in der um- und ausgebauten Landi angenommenen Brand. (Bild: Urs Bosshard)

Mit dauerndem Sprühregen kämpften Feuerwehrleute bis aufs Dach gegen den in der um- und ausgebauten Landi angenommenen Brand. (Bild: Urs Bosshard)

Die Sulzstrasse war am Freitagabend für zwei Stunden für den Verkehr gesperrt. Auch die Seebusse auf dieser Linie wurden umgeleitet. Diese Arbeiten, vom Verkehrsdienst der Feuerwehr tadellos ausgeführt, erfolgten zum Üben unter der Annahme, die um- und ausgebaute «Landi» stehe in Brand.

Situation kennenlernen

Das gab Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaft der Feuerwehr Gelegenheit, die neuen Räume und die besonderen Bedingungen in diesen kennenzulernen.

Angenommen wurde, in der Küche im ersten Stock seien zehn Personen am Feiern und auch im Büro würden sich Leute aufhalten. Von der Strasse aus hätten Jugendliche begonnen, Molotowcocktails auf das Gebäude zu werfen. Im Dachstock brenne es, bei der Abladerampe sei ein Brand entstanden, der sich in den Laden ausbreite, und ausserhalb des Gebäudes – neben der Tiefgarage – stehe ein Zaun im Feuer.

Einsatzleiter Leutnant Bernhard Krempl nahm erste Abklärungen vor, wies den eintreffenden Fahrzeugen ihren Platz zu, gab Befehle und liess sich die Situation ständig durch einen dazu bestimmten Mann in einen Plan einzeichnen. Da die Küchenfenster im ersten Stock klein sind, mussten die Rettungen über die Treppe vorgenommen werden. Von den «Feiernden» war einer beim Versuch, zum Fenster zu gelangen, gestürzt, hatte sich einen Beinbruch zugezogen und musste mit der Bahre zum Standort des Sanitätszuges getragen werden.

Auf Sicherheit achten

Auch auf die Bekämpfung des Brandes wurde mit einem Schnellangriff und mit dauerndem Sprühregen vom Hubfahrzeug aus grosser Wert gelegt: Strohballen und Holz hätten dem Feuer viel Nahrung gegeben. Zudem waren der Düngemittel wegen, welche zu giftigen Gasen führen könnten, die Atemschutzvorschriften besonders zu beachten. Schliesslich wurde der Übungsabbruch angeordnet.

Bevor man sich zum Nachtessen ins «Schäfli» begab, überraschte Übungsleiter Hauptmann Robert Fuchs die Mannschaft mit der Übungsbesprechung nach dem Fünf-Finger-System. Diese neue Form wird ab dem 1. Januar 2011 gesamtschweizerisch eingeführt. Unter die zahlreichen interessierten Gäste aus der Feuerwehr-Kameradschaft, welche während der Übung durch Kommandant Daniel Lambert betreut wurden, hatten sich auch die Gemeinderäte Marianne Roos und Peter Buschor gemischt.

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