«Falken» auf gutem Weg

GOSSAU. Schon seit Jahren ist anstelle des Restaurants Falken eine Überbauung geplant. Das Vorhaben geriet ins Stocken, und es kommt auch heute nur langsam vorwärts. Das hat einen guten Grund.

Sebastian Schneider
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An der St. Gallerstrasse soll auf Höhe des «Falkens» und der alten Metzgerei eine neue Häuserzeile entstehen. (Bild: Benjamin Manser)

An der St. Gallerstrasse soll auf Höhe des «Falkens» und der alten Metzgerei eine neue Häuserzeile entstehen. (Bild: Benjamin Manser)

Bereits vor über vier Jahren berichtete das Tagblatt, dass das Flawiler Architekturbüro HAB AG an der St. Gallerstrasse in Gossau bauen will. Geplant ist, anstelle des alten Restaurants Falken, der zugehörigen Metzgerei sowie der alten Scheune zwischen St. Galler- und Lerchenstrasse zwei neue Häuser aufzurichten: ein Wohnhaus sowie ein Wohn- und Gewerbehaus. Das Projekt wurde umfassender und mündete in einen Überbauungsplan, der vergangenen Frühling aufgelegt wurde. Gegen den Plan sind laut Marcel Bucher von der HAB AG keine Einsprachen eingegangen, und der Überbauungsplan wurde noch vergangenen Sommer genehmigt. Es geht also vorwärts.

Plan geht in die Details

Gleichwohl kann Bucher nicht voraussagen, wann das Vorhaben die nächste Hürde nimmt. «Derzeit arbeiten wir am Gestaltungsplan, der nur noch einen Teil der Fläche des Überbauungsplans umfasst», sagt er. Dabei gelte es, viele Einzelheiten festzulegen. «Dazu gehört auch die Gestaltung der Fassade, etwa die Fenstereinteilung.» Das Abstimmen der Details kann längere oder kürzere Zeit in Anspruch nehmen. Daher kann Bucher auch nicht genau sagen, wann der Gestaltungsplan ausgereift ist und aufgelegt werden kann.

Eigentümer ins Boot geholt

Natürlich ist Marcel Bucher, was den Zeitplan anbelangt, nicht ganz zufrieden. Verzögerungen gab es laut ihm aus zwei Gründen: Zum einen machte die enge Bauweise der zum Teil 100 Jahre alten Häuser den Planern zu schaffen. Zum anderen gestaltete sich die Planung aufgrund «ungünstiger Eigentumsverhältnisse» aufwendig.

Tatsächlich haben zahlreiche Gespräche zwischen der Bauherrschaft und den Eigentümern der Liegenschaften im Rechteck St. Galler- und Lerchenstrasse sowie Falkenstrasse und Drosselweg stattgefunden. Die Architekten konnten laut Bucher aber alle Beteiligten vom Überbauungsplan zu überzeugen. «Wir ziehen am selben Strick.»

Zusammen mit Raumplanern von der Strittmatter Partner AG sei es den Architekten gelungen, die Bedürfnisse der Stadt und der Eigentümer sowie die eigenen Interessen in einem Projekt zusammenzuführen. Auf der einen Seite können sie ihre eigenen Bauten realisieren, auf der anderen Seite ebnen sie mit dem Überbauungsplan den Eigentümern den Weg, um ihre eigenen Liegenschaften zu erneuern. Die Architekten planen also nicht nur ihre eigenen Häuser, sondern spannen mit dem Überbauungsplan den Rahmen für die Erneuerung des Quartiers.

Zwischen den Häuserzeilen soll eine Art Innenhof entstehen, wo eingeschossige Hofbauten für eine gemeinsame Nutzung vorgesehen sind. Unterhalb ist eine Tiefgarage für Bewohner und Gewerbler des Quartiers geplant. Die Architekten arbeiten auf einen möglichst raschen Baustart ihrer Häuser hin. Wann die Eigentümer selber bauen, sei ihnen überlassen. Bis das ganze Quartier fertig gebaut ist, können also noch viele Jahre verstreichen.