Fahrverbot mit Folgen

Die Schliessung des Schulhausplatzes Hebel und die Revitalisierung des Mühleggweiers standen im Zentrum der Hauptversammlung des Quartiervereins St. Georgen. So sehr, dass sich die Theatergruppe in Geduld üben musste.

Andreas Nagel
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Allgemeines Fahrverbot für den Hebel-Schulhausplatz: Der Quartierverein zeigt wenig Verständnis für diese Massnahme. (Bild: Florian Nagel)

Allgemeines Fahrverbot für den Hebel-Schulhausplatz: Der Quartierverein zeigt wenig Verständnis für diese Massnahme. (Bild: Florian Nagel)

Eine gute halbe Stunde, und der geschäftliche Teil ist abgeschlossen. Kurze Umbaupause, und dann ist die Theatergruppe des Turnvereins mit ihrem Stück «D'Adresse us em TwixTel» an der Reihe. So weit die Theorie. Ganz offensichtlich war einigen ziemlich aufgebrachten Mitgliedern des Quartiervereins St. Georgen vergangenen Freitag aber nicht so sehr ums Theäterle auf der «Adler»-Bühne.

Für sie spielt sich das eigentliche Dorftheater nämlich etwas weiter östlich, auf dem Hebel-Schulhausplatz, ab. Dieser wurde vor kurzem von der Stadt mit einem «Allgemeinen Fahrverbot» belegt. Der Platz steht am Abend somit nicht mehr als Parkplatz zur Verfügung, was den Suchverkehr vor Abendveranstaltungen im Dorfsaal markant fördert. Ein Votant brachte die Befindlichkeit vieler im Saal auf den Punkt: «Jetzt haben wir ein Parkplatz- und ein Verkehrsproblem.»

Eine Ausnahme immerhin gibt es noch. Was die Sache für einige aber noch schlimmer macht: Zu Gottesdienstzeiten steht der Platz weiterhin für die Fahrzeuge der Kirchgänger offen.

Intaktes Dorfleben

Das Verbot soll nun rückgängig gemacht werden, so der Auftrag an den Vorstand des Quartiervereins. Es sei weder im Interesse des Wirts noch der Vereine, die auf die Parkplätze angewiesen seien. Und noch einen Hinweis gab's an die Adresse des Vorstands: St. Georgen sei nicht ein x-beliebiges Quartier, sondern eines «mit intaktem Dorfleben».

Wenn in anderen Quartieren der Schulhausplatz gesperrt werde, sei das folglich nicht vergleichbar.

Das Anliegen fand offene Ohren beim Vorstand. Quartiervereinspräsident Martin Boesch versprach, man werde so rasch als möglich einen Termin mit dem städtischen Liegenschaftenamt und der Schulverwaltung vereinbaren, um zumindest eine Ausnahmeregelung zu erwirken. Das Parkierverbot solle wenigstens dann aufgehoben werden, wenn im «Adler» ein Anlass stattfinde.

Entenvater mit Enthusiasmus

Und so zog sich die Versammlung halt in die Länge. Woran auch Hans Martin Schibli, der neue St. Geörgler Entenvater, nicht ganz unschuldig gewesen war. Voller Enthusiasmus und daher ganz schön redselig hatte er zu Beginn der Versammlung von der Revitalisierung des Mühleggweiers berichtet und sich während seiner Schilderungen – für einige überraschend – auch als blendender Unterhalter erwiesen. Die Tischnachbarin jedenfalls meinte: «Ich habe gar nicht gewusst, dass der so viel Humor hat.

Was Enten doch alles ausmachen können!» Die neue Futtervolière mit eingebautem Futterautomaten bezeichnete Schibli etwa als «Enten-Guantánamo», die Moschusente Amadeus als seinen Liebling, der von der Frisur her sogar etwas «vom jungen Presley» habe.

Schiblis Begeisterung für das Federvieh zahlt sich aber auch in barer Münze aus und hat sich in den vergangenen Monaten auf zahlreiche Sponsoren übertragen. Das Projekt steht damit finanziell schon auf ziemlich sicheren Beinen. Die feierliche Enten-Einsetzung soll am 18. Juni stattfinden. Die Quartier-Spaziergänger dürfen sich unter anderem auf Kappensäger, Pfeif- und Kolben- sowie Baikalenten freuen. Gesucht werden weiterhin Entenpaten. Alles zum Revitalisierungsprojekt und zum künftigen Entenbestand soll demnächst auch im Internet unter www.muehleggweier.ch aufgeschaltet werden.

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