Fahrende und Fusionspläne

GOSSAU. Ein emotionales Politikum wurde zum Jahresende wieder aktuell: Der Durchgangsplatz für Fahrende in Gossau. Auch bei den Grossprojekten Fusion und Masterplan Sportanlagen wurden 2015 wichtige Schritte gemacht.

Johannes Wey
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Ein Durchgangsplatz für Fahrende an der Wehrstrasse? Das Parlament sagte Nein, muss sich wegen einer Initiative aber nochmals damit befassen. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Durchgangsplatz für Fahrende an der Wehrstrasse? Das Parlament sagte Nein, muss sich wegen einer Initiative aber nochmals damit befassen. (Bild: Ralph Ribi)

Selten löste ein Parlamentsgeschäft in Gossau so viele Reaktionen aus: Die Leserbriefe vor und nach dem Entscheid des Stadtparlaments gegen den Teilzonenplan Wehrstrasse waren zahlreich. Die Umzonung, die im Industriegebiet zwischen Gossau und St. Gallen einen Durchgangsplatz für Fahrende ermöglichen sollte, war 2015 das prägende Gossauer Politikum. Nachdem die Umzonung jahrelang durch Einsprachen blockiert war, setzte das Parlament im Juni eine Vorberatende Kommission ein. Diese präsentierte zwei Monate später ihre knappe Empfehlung: Drei Mitglieder waren gegen die Umzonung, zwei dafür. Anfang September bodigte Mitte-Rechts den Durchgangsplatz mit 18 zu 12 Stimmen – nicht ohne Zwischenrufe aus dem Publikum.

Zurück ins Parlament

Noch im selben Monat kündigte die SP an, den Durchgangsplatz über eine Initiative realisieren zu wollen. Schon bald sicherte die Flig, die im Parlament ebenfalls Ja gestimmt hatte, ihre Unterstützung zu. Zum 31köpfigen Initiativkomitee zählten dann Vertreter aller Parteien bis auf die SVP. 700 Unterschriften hätte das Komitee sammeln müssen, über 1000 wurden vergangenen Mittwoch eingereicht.

Der Durchgangsplatz für Fahrende kommt nun erneut ins Stadtparlament. Bleibt dieses bei seinem Nein, entscheidet das Volk.

Mut zum Rahmenkredit

Schon seit Jahren ein Thema ist in Gossau der Masterplan Sportanlagen Buechenwald und Rosenau. Hier wurden im November 2015 Mittel für die weitere Planung gesprochen, aber auch ein wegweisender Entscheid gefällt: Das Volk soll über alle geplanten Sportanlagen gemeinsam abstimmen. Der Rahmenkredit dürfte um die 63 Millionen Franken betragen und könnte 2019 vors Volk kommen. Bei einem Ja entstünden ein Hallenbad, mehrere Fussballplätze, Leichtathletikanlagen sowie eine Dreifachturnhalle am Standort Buechenwald. In einer zweiten Etappe sind am Standort Rosenau eine weitere Dreifachturnhalle, Aussenanlagen für Schule und Leichtathletik sowie die Umnutzung der Lindenberghalle geplant. Die Realisierung dürfte sich über zehn Jahre erstrecken – immer vorausgesetzt, die Gossauerinnen und Gossauer wollen sich die neuen Anlagen auch leisten.

Meinung zur Fusion gemacht

Was die Fusion von Gossau und Andwil angeht, hat nun das Volk das letzte Wort. Den Gossauer Behörden und Parteien fiel die Meinungsbildung nicht schwer. Ende August sprach sich der Stadtrat für ein Ja aus, einen Monat später die Vorberatende Kommission und Anfang November auch das Stadtparlament. In der Debatte, die dem einstimmigen Entscheid vorangegangen war, mussten die Fraktionssprecher niemanden in Gossau überzeugen und richteten sich schon werbend an die Andwiler. Ob die schönen Worte genützt haben, wird sich in gut zwei Monaten zeigen: Am 28. Februar entscheidet das Volk.

Der Gossauer Böögg bringt einen heissen Sommer. (Bild: Sebastian Schneider)

Der Gossauer Böögg bringt einen heissen Sommer. (Bild: Sebastian Schneider)

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