Fahrende nicht überall erwünscht

Der geplante Durchgangsplatz in Gossau gibt zu reden. Passanten verstehen zum Teil, dass die Fahrenden einen Platz brauchen. Andere sind dagegen. Die Fahrenden hinterlassen nur eine Sauerei, glauben sie.

Text: Perrine Woodtli Bilder: Katja Blöchlinger
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Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Ich habe die Debatte nicht so ganz mitbekommen, muss ich sagen. Ich bin aber definitiv dafür, dass die Fahrenden einen Platz bekommen. Ich besitze zwar selbst keinen Wohnwagen, verstehe aber die Enttäuschung der Betroffenen, da sie erneut abgelehnt wurden. Sie sollten definitiv demonstrieren gehen.

Es ist doch so wie immer: Die Leute wollen keine Schwierigkeiten vor der eigenen Haustür. Der Platz ist ja aber auf einem Industrieareal geplant und nicht beispielsweise in einem Familien-Quartier oder vor einer Schule. Deshalb verstehe ich die Problematik nicht ganz. Die Fahrenden haben einfach ein schlechtes Image und das ist problematisch. Grundsätzlich sollte doch aber jeder einen Platz bekommen. Den Verkehr in St. Gallen lahmzulegen bringt aber nichts, wenn man das realistisch betrachtet. Das bewirkt eher das Gegenteil. Die Wut der Fahrenden kann ich aber durchaus nachvollziehen.

Ich bin sehr zufrieden, dass die vorberatende Kommission den Durchgangsplatz ablehnt. Ich bin froh, wenn keine Fahrenden hierher kommen. So etwas brauche ich hier nicht. Ich will Schweizer und keine Ausländer oder Fahrende in Gossau. Die sind mir einfach nicht geheuer. Direkten Kontakt mit einem Fahrenden hatte ich bisher aber keinen. Auch wenn ich ihre Enttäuschung nachvollziehen kann, denke ich mir, die können doch arbeiten gehen und etwas tun.

Ich befürworte den Entscheid, den Durchgangsplatz abzulehnen. Ich habe schon oft gelesen, dass es auf solch einem Platz in Münchwilen nicht gut lief. Dort musste mehrmals an die Ordnung appelliert werden. Die Fahrenden müssen zuerst auf den bereits vorhandenen Plätzen beweisen, dass sie sich angemessen verhalten. Dann fände ich das auch hier in Ordnung.

Ich empfinde den Entscheid als sehr positiv. Die Sauerei der Fahrenden brauchen wir hier nicht. Ich habe das schon oft und in der ganzen Schweiz gesehen. Die kommen und lassen ihren Müll zurück, und auch die Kriminalität darf nicht vergessen werden. Die Fahrenden haben nun mal nicht die besten Zeugnisse und darum sollen sie sich zuerst auf anderen Plätzen bewähren, bevor sie hierher kommen.

Mich betrifft dieses Problem nicht direkt. Wenn die Fahrenden ihre Drohungen aber wahr- machen und in St. Gallen demonstrieren, betrifft es mich doch. Ob solch eine Aktion richtig ist, um politischen Druck auszuüben, bezweifle ich. Für die Passanten, die nichts damit zu tun haben, ist das lästig. Wenn sie das wirklich machen, sollen sie lieber Gossau blockieren.

Heinz Keller, 53

Gastwirt, Zuzwil

Das Problem ist, dass diese Leute oft eine riesige Sauerei hinterlassen. Als ich noch in Winkeln lebte, beobachtete ich das, wenn sie im Breitfeld weilten. Ich verstehe jeden, der die Fahrenden nicht hier haben will. Diese Ablehnung kommt ja schliesslich nicht von ungefähr.

Ich war sehr gespannt auf den Entscheid der vorberatenden Kommission. Mich überrascht es, dass sie den Platz abgelehnt hat. Ich denke, es ist sehr schwierig, eine Lösung zu finden. Einerseits sollten wir Platz machen, weil sie einen brauchen. Anderseits hört man immer wieder von Ärger und Dreck, den die Fahrenden mitbringen, beziehungsweise zurücklassen. Grundsätzlich bin ich aber für einen Durchgangsplatz.

Irgendwo müssen die Fahrenden doch hin. Ich verstehe das Problem nicht. Die sind ja bloss auf der Durchreise und ziehen nach ein paar Wochen weiter. Die wollen nichts anders, als irgendwo sein zu dürfen. Als ich noch LKW-Fahrer war, übernachtete ich auch oft auf einem Industrieareal. Da hat's auch niemanden gestört. Wenn die Fahrenden sagen, dass dieser Platz in Gossau ihnen gepasst hätte, dann muss auch niemand behaupten, der Platz unzumutbar ist. Nur damit sie Grund zu einem Nein haben.

Ich kann nachvollziehen, dass die Fahrenden enttäuscht sind. Die Demonstration finde ich eine gute Idee. So können sie auf sich aufmerksam machen. Ich denke, dass man diesen Leuten mal eine Chance geben sollte.

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

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Bild: Michelle Bösch, 16 Schülerin, Gossau

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