Experimentieren mit dem Jazz

Mit dem Kalifornier Lao Tizer, dem Briten Philot Rufus und dem Kubaner Pineda Paul trat am Freitagabend eine multikulturelle Band im Rorschacher Jazzclub auf. Die Musiker begeisterten mit einer explosiven Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen.

Jan Hoefliger
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Klangwelten treffen sich: Lao Tizer aus Kalifornien, Pineda Paul aus Kuba und Philot Rufus aus Grossbritannien. (Bild: Jan Hoefliger)

Klangwelten treffen sich: Lao Tizer aus Kalifornien, Pineda Paul aus Kuba und Philot Rufus aus Grossbritannien. (Bild: Jan Hoefliger)

RORSCHACH. Für viele stand am vergangenen Wochenende Fasnacht auf dem Programm. Alles andere als kakophonische Klänge kamen den Zuhörern am Freitagabend im Jazzclub Rorschach zu Ohren. Keyboarder Lao Tizer, Bassist Philot Rufus und Drummer Pineda Paul konnten mit ihrer Leidenschaft für den Jazz, die Zuschauer in ihren Bann ziehen.

Widmung für Grossmutter

Donnerstag noch in den Niederlanden, machte Lao Tizer zum ersten Mal in der Schweiz Halt. Für seine Tour in Europa holte sich der Kalifornier den Briten Philot Rufus und den Drummer Pineda Paul aus Kuba an Bord. Bereits im ersten Stück «World in Rhythm» schaukelten sich die Keyboard- und Bassläufe mit rhythmisch geprägten Motiven gegenseitig hoch. Das Schlagzeug gab das Seine hinzu. Von diesem «High» kamen die drei Musiker an diesem Abend so schnell nicht hinunter. In «Downbeat», «Reunion» und «Chasing the sunset» stellten sie ihre improvisatorischen Künste weiter unter Beweis. «The Next Step», dem letzten Stück vor der Pause, widmete Lao Tizer seiner verstorbenen Grossmutter Dorothy. Dementsprechend berührend fiel die Darbietung aus.

Hawaii in Rorschach

Das Programm nach der Pause war genauso vielfältig wie davor. Mit «What it is» und «Above and Beyond» wurde mit Rock, lateinamerikanischen Rhythmen und Jazzläufen experimentiert. «Egal, wo du dich als Musiker auf der Erde befindest. Durch deine Musik bist du mit den Menschen verbunden und lernst sie kennen», sagte Lao Tizer vor «Hui Hou», für das ihn Hawaii inspiriert hatte. In meditativer Manier führte das Stück in eine Welt voller Strände und Sonnenuntergänge. Nach gut zwei Stunden setzte «Fire and Ice» den Schlusspunkt des Konzerts. In einem zehnminütigen Drum-Solo konnte Pineda Paul, für Lao Tizer einer der besten Drummer der Welt, die unterschiedlichsten Musikstile noch einmal ineinander überfliessen lassen. «Im Jazz kommen so viele Musikstile, Kulturen, Ideen und Gefühle zusammen. Vielleicht konnten wir euch ein kleines Stück davon zeigen», sagte Lao Tizer gegen Ende.

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