Exoten auf dem Bauernhof

Das Ehepaar Bischofberger züchtet auf ihrem Hof im appenzellischen Schönengrund Alpakas. Heute und morgen sind die Tiere in St. Gallen an der Kleintiermesse Animalia zu sehen.

Ralf Streule
Drucken
Nyree und Markus Bischofberger mit ihren Alpaka-Stuten: «Wenn's nicht regnet, schauen die Tiere noch viel flauschiger aus.» (Bild: Ralf Streule)

Nyree und Markus Bischofberger mit ihren Alpaka-Stuten: «Wenn's nicht regnet, schauen die Tiere noch viel flauschiger aus.» (Bild: Ralf Streule)

Viel Internationales erwartet den Besucher auf dem abgelegenen Hof hoch über Schönengrund. Zum breiten Appenzeller-Dialekt von Markus Bischofberger gesellt sich das ebenso charmante englisch eingefärbte Deutsch seiner australischen Frau Nyree. Im Gespräch dreht sich vieles um andere Länder: England, Chile, Peru, Neuseeland. Ja, aus Neuseeland erwarteten sie in zwei Wochen Besuch, erklärt Nyree Bischofberger. Ein Freund von ihnen, ein professioneller Scherer, komme vorbei. Allerdings nicht, um Schafe zu scheren, sondern Alpakas.

Langer Weg zur eigenen Zucht

Die südamerikanischen Nutztiere, Verwandte der Lamas, gehören neben Schweinen und Kühen zum Tierbestand auf dem Bauernhof der Bischofbergers. Vor acht Jahren habe er die ersten 23 Alpakas aus Chile und Peru einfliegen lassen, sagt Markus Bischofberger. Inzwischen zählt die Herde fünfzig Tiere. Der Entscheid, Alpakas zu halten, habe reifen müssen.

Ein Jahr lang habe er gerechnet und sich über die Haltung von Alpakas informiert, bevor er sich für die Tiere entschieden habe.

Wertvoller als Schafwolle

Alpakas seien genügsame Tiere und damit vergleichsweise wenig aufwendig. Einnahmequelle sei zum einen die hochwertige, feine Wolle, die mit 60 Franken pro Kilogramm rund dreimal so wertvoll sei wie Schafwolle. Finanziell interessanter als das Geschäft mit der Wolle sei jedoch der Alpaka-Handel.

Verkauft wird an andere Züchter, aber auch an Privatpersonen, welche die Alpakas bei sich zu Hause halten wollen. Die Tiere werden aber nur dann an private Halter übergeben, wenn sie auch einen schönen Platz in Aussicht hätten, sagt der Landwirt.

Alpaka-Zucht wenig verbreitet

Alpakas passen vom Klima her bestens in die Schweiz, sagt Nyree Bischofberger. Dennoch ist deren Zucht hierzulande noch nicht sehr weit verbreitet. Was auch einen Vorteil habe: Das Alpaka-Geschäft sei in der Schweiz noch überschaubar.

Das Ehepaar gehört zu den Vorreitern in der nationalen Alpaka-Zucht. Sie waren Mitbegründer des Alpaka Vereins Schweiz (AVS), gehören zudem dem «Lama- und Alpaka-Verein» (VLAS) an.

Nyree, die schon seit längerem bei Huber+Suhner in Herisau arbeitet, bringt das Marketing-Know-how mit. Markus, der auf dem Hof im Schönengrund aufgewachsen ist, ist der Fachmann für alle landwirtschaftlichen Fragen.

Die beiden präsentieren sich mit ihrer Alpaka-Zucht professionell im Internet, sind an Märkten und Ausstellungen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich mit den Tieren und Wollprodukten vertreten, organisieren Kurse für Neueinsteiger.

Vor kurzem haben die beiden geheiratet. Die Hochzeitsreise habe sie im Februar nach Peru geführt – es war für beide die erste Reise in die ursprüngliche Heimat der Tiere.

Animalia auch mit Lamas

An der Kleintiermesse Animalia, die heute und morgen jeweils von 9 bis 18 Uhr im Olma-Gelände stattfindet, werden die beiden rund 20 ihrer Alpakas präsentieren. Ergänzt wird die Herde mit fünf Lamas eines Berufskollegen.

www.animalia-sg.ch www.alpaka-appenzell.ch