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EXKURSION: Zu Besuch beim Tod

120 Gemeinden sind dem Krematorium in St. Gallen angeschlossen. Reformierte Kirchbürger aus Rorschach haben die Räume besichtigt. Ein bewegender Ausflug.
Die technischen Anlagen des Krematoriums. (Bild: Werner Nef)

Die technischen Anlagen des Krematoriums. (Bild: Werner Nef)

Unter dem Motto «Leben gestalten live» besuchte am Donnerstag Pfarrer Pius Helfenstein mit einer Schar Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern das neue Krematorium St. Gallen. Ziel dieser sehr interessanten Exkursion war, die Teilnehmenden direkt mit dem Tod zu konfrontieren, um so über sein Leben und den Tod nachzudenken.

Die Leiterin des neuen Krematoriums empfing die Gäste und führte sie direkt in den Kultraum. Dort stand bereits ein Sarg zur Einäscherung bereit. Erstaunt über den pietätvollen, aber trotzdem professionellen Umgang beeindruckte die Teilnehmenden. Im Andachtsraum erfuhr man, dass das Krematorium konfessionsneutral ist und von einem privaten Verein getragen wird. Rund 120 Gemeinden sind an das Krematorium St. Gallen angeschlossen. Die Feuerbestattung ist bis 3000 Jahre vor Christus nachgewiesen. Bereits 1890 gründete man in St. Gallen einen Verein, der die Feuerbestattung förderte und ab 1903 die ersten Kremationen durchführen konnte. Am 14. Oktober 2016 wurde der dritte Neubau eröffnet. Heute werden in der Schweiz 87 Prozent der Leichen kremiert. Damit verändern sich nicht nur die Bestattungszeremonien, auch die Friedhöfe gewinnen eine neue Bestimmung. Immer mehr Besucher geniessen diese parkartigen Anlagen mit ihrer sonderbaren Stille und Ruhe als Naherholungsorte.

Öfen mit 800 Grad heissen Kammern

Im zweiten Teil der Führung besichtigten die Rorschacher die eindrücklichen technischen Anlagen im Hintergrund. Von der Annahmehalle über die Kühlräume bis zu den drei mächtigen Öfen, die sehr eindrücklich mit ihren 800 Grad heissen Kammern wirken. Riesige Filteranlagen reinigen die Rauchgase. In einem Raum wird die Asche sorgfältig aufbereitet. Nie fehlen darf die Erkennungsnummer, welche den Leichnam von Anfang bis zum Verlassen der Urne begleitet, um Verwechslungen auszuschliessen. Wer die Asche nicht beisetzen oder verstreuen möchte, kann in einer Spezialfirma ­einen Diamanten anfertigen ­lassen. Diesen kann man als Schmuckstück stets bei sich tragen. Nach der Führung trat jeder Teilnehmer tief bewegt über unsere Vergänglichkeit den Heimweg an. Die Menschlichkeit und die geachtete Menschenwürde, die man bei einem Betrieb mit bis zu 17 Kremationen pro Tag für jeden Einzelnen und seine Angehörigen aufbringen muss, verdient eine spezielle Anerkennung. (wn/lim)

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