Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

EXKURSION: Natur schnuppert Höhenluft

Begrünte Dächer sind heute längst Alltag. Für den WWF Grund genug, besondere Perlen zu suchen. Etwa die Dächer der Migros-Betriebszentrale in Gossau. Dort kreucht und fleucht es besonders emsig.
Auf den Dächern der Migros-Betriebszentrale gedeiht eine biotopartige Naturlandschaft. Roland Huber, der zuständig für deren Pflege ist, muss der Natur ab und zu unter die Arme greifen. (Bild: Benjamin Manser)

Auf den Dächern der Migros-Betriebszentrale gedeiht eine biotopartige Naturlandschaft. Roland Huber, der zuständig für deren Pflege ist, muss der Natur ab und zu unter die Arme greifen. (Bild: Benjamin Manser)

Die Sonne will nicht so richtig an diesem Morgen. Und damit zeigen sich auch die zahlreichen Insekten, die sonst über die Dächer der Migros-Betriebszentrale in Gossau schwirren, nur spärlich. Dass hier ein spezielles Stück Natur inmitten eines riesigen zubetonierten Industriequartiers geschaffen wurde, ist trotzdem unübersehbar. Auf rund 12 000 Quadratmetern Flachdach wachsen in einer naturnahen Biotoplandschaft mit Schwemmholz zahlreiche einheimische Pflanzen, die anderswo wegen der meist überdüngten Wiesen nicht mehr vorkommen. Gewöhnliches Leimkraut, Heidenelken, Karthäusernelken, Ähriger Ehrenpreis oder Sedumarten wie der Spanische Mauerpfeffer. Beim genauen Hinschauen zeigt sich aber auch da und dort ein Löwenzahn, dessen Samen der Wind hergeweht hat, oder Schilf. «Beides gehört eigentlich nicht aufs Dach», sagt Roland Huber, Abteilungsleiter Hausdienst bei der Migros-Betriebszentrale und unter anderem zuständig für die Pflege der Dächer.

Unterwegs auf drei Dächerlandschaften

Obwohl sich die Natur hier oben grundsätzlich selbstständig entwickle, brauche es doch das Zutun des Menschen, damit sich unerwünschte Pflanzen nicht ausbreiten. «Wenn man es verpasst, gibt es viel mehr Arbeit, alles wieder in Schuss zu bringen», sagt Huber. Und in Schuss halten will die Migros ihre Dächerlandschaft. Denn für sie wurde sie bereits zum wiederholten Mal von der Schweizer Stiftung Natur und Wirtschaft zertifiziert. 2013 lud der WWF St. Gallen-Appenzell auf seiner Exkursion «Natur auf dem Dach» zudem erstmals auch auf die Migros-Dächer in Gossau ein. Dies tut er zusammen mit der Stadt St. Gallen diesen Samstag erneut. Die Exkursion steht diesmal unter dem Titel «Natur und Energie auf dem Dach» und führt die Teilnehmer auch aufs Ikea-Dach, wo nebst der Dachbegrünung eine grosse Solaranlage besichtigt wird, und aufs Dach des Kantonsspitals, wo es auf einer artenreichen Trockenwiese seltene Orchideen und Sonnentau zu bestaunen gibt.

Natur pur ist es freilich nicht, was auf den Dächern der Grossbetriebe wächst. Aber ein Schritt dahin, der Natur etwas zurückzugeben, was ihr einst genommen wurde. Apropos zurückgeben. Auf den Dächern der Migros-Betriebszentrale wohnen aktuell sieben Bienenvölker, die jeweils rund 100 Kilo Honig pro Jahr produzieren. Dabei bedienen sie sich auch liebend gern an der Blumenvielfalt vor ihrer Haustür.

Corinne Allenspach

corinne.allenspach

@tagblatt.ch

WWF-Exkursion

«Natur & Energie auf dem Dach», Samstag, 17. Juni, 9.00–13.30, Anmeldung: 071 221 72 30, anmeldung@wwfost.ch (bis Donnerstag)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.