EVP informierte über Flüchtlinge

Der Informationsanlass der EVP Rorschach im Stadthof stand ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Die Referenten stellten die Sichtweisen des Bundes, der Gemeinden und der Polizei in den Mittelpunkt.

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RORSCHACH. Am vergangenen Dienstag traf sich die EVP (Evangelische Volkspartei) des Wahlkreises Rorschach im Stadthof zur Hauptversammlung. Am anschliessenden Infoanlass wurde die Flüchtlingsthematik behandelt.

Weniger Asylgesuche als 1999

Zu Beginn stellte Präsident Wieland Bärlocher die Redner vor, die da wären: Christoph Studer vom Staatssekretariat für Migration (SEM), Roger Hochreutener von der Geschäftsstelle der Gemeindepräsidenten VSGP und Andreas Brunner von der Kantonspolizei St. Gallen.

Christoph Studer, der das Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Altstätten leitet, machte auf die weltweite Flüchtlingsproblematik aufmerksam und erklärte, dass etwa 200 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. 2015 seien in der Schweiz gut 35 000 Asylgesuche gestellt worden, 1999 waren es fast 50 000. Im Empfangszentrum in Altstätten würden im Moment wegen der vielen Gesuche die Flüchtlinge zwar registriert, aber die zeitraubenden Befragungen, die für das Verfahren nötig sind, müssten warten. Trotzdem, sagte Studer, herrsche kein Chaos.

«Es wird zu lange gewartet»

Roger Hochreutener seinerseits beschrieb die Unterbringung und Integration der Asylsuchenden in den Gemeinden. In St. Gallen würden derzeit über 4000 Personen betreut. Hochreutener bedauert, dass mit der Integration oft zu lange gewartet wird, begrüsst es aber, dass heute Asylberechtigte früher auf die Gemeinden verteilt werden.

Andreas Brunner, Chef Sonderaufgaben, zeigte anhand von Zahlen über Polizeieinsätze, dass sich die Situation in den Unterkünften stark verbessert hat. Das derzeitige Scheitern des Dublin- Abkommens verwundere ihn nicht, so Brunner. Er machte zudem deutlich, dass die Flüchtlinge zu 99 Prozent Leute ohne kriminelle Absichten sind. Die Einbrüche schreibt er vor allem Kriminaltouristen zu. (pd/pag)

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