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EVERGREEN: Viel Pech an den Füssen

Rainer Bieli wurde 2001 im «Espenmoos» frenetisch als Hoffnungsträger empfangen, 2002 ist er mit derselben Begeisterung als Chancentod verabschiedet worden.
Daniel Wirth
Rainer Bieli (rechts) im Laufduell mit dem GC-Mittelfeldspieler Ricardo Cabanas. (Bild: Michel Canonica (24. Februar 2002, Espenmoos))

Rainer Bieli (rechts) im Laufduell mit dem GC-Mittelfeldspieler Ricardo Cabanas. (Bild: Michel Canonica (24. Februar 2002, Espenmoos))

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Als Rainer Bieli vom Grasshopper Club Zürich zum FC St. Gallen wechselte, war er 22 Jahre alt. Zu diesem Zeitpunkt, im Sommer 2001, hatte er so viele Spiele in Nachwuchsmannschaften des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) absolviert wie kaum ein anderer. Und er war in der Meisterschaft 1999/2000 Zweiter geworden im NLA-Torschützenklassement. 21 Tore hatte er in dieser Spielzeit für Neuchâtel Xamax markiert. Nur ein einziger Spieler traf in dieser Saison öfter: der Ghanaer Charles Amoah schoss den FC St. Gallen damals mit 25 Toren zum Meistertitel.

Im Sommer 2000 holten die Zürcher Grasshoppers Rainer Bieli aus dem Stade de la Maladière zurück in den Hardturm. Doch Rainer Bieli konnte in dieser Spielzeit, in der GC St. Gallen als Meister ablöste, nicht mehr an seine Erfolge anknüpfen; er schoss nur zwei Tore in 18 Spielen. Ein Jahr später gab GC Rainer Bieli an den FC St. Gallen ab.

«Wenn ich mich an meine Zeit in der Ostschweiz erinnere, ist das ein Wechselbad der Gefühle», sagt Rainer Bieli, der heute hauptberuflich im Aussendienst für die mit Büroartikeln handelnde Firma Lyreco arbeitet. Frenetisch hätten die Fans im Espenmoos von Trainer Marcel Koller seine Einwechslung von der Bank aufs Spielfeld gefordert, erinnert sich Rainer Bieli. Doch diese Begeisterung verflog rasch beim Publikum. Bieli wollte einfach nicht mehr an seine Erfolge bei Neuchâtel Xamax anknüpfen. Woran das lag, weiss Rainer Bieli nicht, wie er sagt. «Ich hatte viel Pech.» Die Erwartungen derer, die glaubten, Bieli werde der neue Amoah, waren masslos übertrieben und blieben freilich unerfüllt. Bieli schoss in insgesamt 37 Plichtspielen lediglich zwei Tore für den FC St. Gallen, eines davon im UI-Cup gegen B68 Toftir auf den Färöer-Inseln.

Der junge Stürmer vergab sehr viele Gelegenheiten

Dabei war es nicht so, dass der junge Angreifer nicht zu Chancen gekommen wäre; er hatte viele, konnte sie aber nicht verwerten. Dies hatte zur Folge, dass der Kredit, den die Fans ihm anfänglich gewährten, sich in Unzufriedenheit wandelte. Wenn Rainer Bieli einlief, pfiffen die Anhänger. Für das Selbstvertrauen des jungen Fussballprofis war das alles andere als gut. «Das nähere Umfeld des FC St. Gallen war spitze», sagt Bieli heute, «und das Gros der Fans auch.» Aber nicht alle: Einen Tiefpunkt erlebte Bieli, als ein Zuschauer auf der Haupttribüne seine Frau und seine beiden kleinen Söhne zutiefst beleidigte. «Ein Krawattenträger ohne Anstand», sagt Bieli, der im September 2002 als Chancentod verabschiedet wurde und zum FC Aarau wechselte, der vom Abstieg bedroht war. Bieli schoss in der Saison 2002/2003 neun Tore für die Rüebliländer und rettete sie vor der Relegation.

Heute ist Rainer Bieli Technischer Leiter und Spielertrainer beim FC Küsnacht (ZH) in der 2. Liga regional. Seine beiden Söhne im Alter von 16 und 18 Jahren sind in seine Stapfen getreten. Sie spielen für den FC Baden.

FC St. Gallen – Grasshoppers morgen So, 16 Uhr, Kybunpark; Matchtipp Rainer Bieli: 1:2

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