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EVERGREEN: Ein Torjäger auf Reisen

Überall, wo Moreno Merenda spielte, schoss er Tore am Laufmeter. Und das war bei vielen Clubs. Der Durchbruch in der höchsten Spielklasse gelang dem Innerschweizer dennoch nie richtig.
David Gadze
In 167 Spielen für den FC St. Gallen erzielte Moreno Merenda 64 Tore. (Bild: Reto Martin (30. August 2008))

In 167 Spielen für den FC St. Gallen erzielte Moreno Merenda 64 Tore. (Bild: Reto Martin (30. August 2008))

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Kaum ein Schweizer Fussballspieler hat eine solche Odyssee hinter sich wie Moreno Merenda. Luzern, Xamax, Locarno, YB, Gütersloh, Wohlen, Baden – bereits mit 23 hatte der Stürmer sieben Clubs in seinem Lebenslauf stehen. Als er seine Karriere beendete, hatte er an doppelt so vielen Stationen Halt gemacht, an machen davon zweimal. Und überall erzielte der Innerschweizer zuverlässig seine Tore. Insgesamt 174-mal traf er in den beiden höchsten Ligen. 64 Tore und damit mehr als ein Drittel gehen auf das Konto des FC St. Gallen.

Doch trotz seiner Torgefährlichkeit konnte sich Moreno Merenda in der höchsten Spielklasse nie richtig durchsetzen. «Mir hat mal jemand gesagt: Für die Challenge League bist du überdurschnittlich und für die Super League reicht es dir nicht ganz. Für dich bräuchte es eine Liga dazwischen», erzählt er mit einem Lachen.

«Die Spiele im Espenmoos sind unvergesslich»

Zweimal stand Moreno Merenda in Diensten des FC St. Gallen. Und an beide Zeiten hat er gute Erinnerungen: «Die Spiele im Espenmoos sind unvergesslich. Selbst wenn nur 8000 Zuschauer im Stadion waren, hörte und fühlte es sich an, als spiele man vor 30000 Fans.»

Die erste Episode beim FCSG beginnt im Februar 2003. Für die Auf-/Abstiegsrunde wechselt er leihweise aufs Espenmoos. Seine Referenz: 40 Tore in eineinhalb Nationalliga-B-Saisons für den FC Vaduz. Auch auf höchster Stufe stellt er seine Torgefahr unter Beweis. Doch obwohl Merenda regelmässig trifft, ist er weder unter Heinz Peischl noch unter Ralf Loose gesetzt. Auch in der Saison 2005/06 bringt ihn Loose meist nur als Joker, was angesichts der Torflaute von vielen Seiten kritisiert wird. In der ­Winterpause verlässt der unzufriedene Merenda deshalb den FC St. Gallen und schliesst sich dem FC Schaffhausen an. Er trifft jedoch weiter für die Espen: Mit seinem Ausgleichstor gegen den FC Aarau am drittletzten Spieltag sichert er dem FCSG den vorzeitigen Klassenerhalt.

Danach schlägt er seine Zelte nochmals in Neuenburg bei Xamax auf, das er in der ersten Saison mit 22 Toren praktisch im Alleingang in die Super League zurückschiesst. Im Sommer 2008 beginnt für Merenda dann das zweite Kapitel beim FC St. Gallen, der soeben abgestiegen ist. Der Rückkehrer erzielt wieder 22 Tore zur sofortigen Rückehr in die höchste Spielklasse. «Das war vermutlich meine beste Saison als Spieler», sagt er rückblickend. Doch die Geschichte wiederholt sich: Kaum spielt der FC St. Gallen wieder erstklassig, findet sich Merenda vermehrt auf der Bank wieder – obwohl er auch in der Super League erneut erfolgreichster Torschütze des Teams wird. Als ihm Trainer Uli Forte mitteilt, er plane mit ihm weiterhin nur als Ergänzungsspieler, kehrt Merenda zum FC Vaduz zurück. «Ich war 32 und wollte einfach spielen.»

Ein standesgemässer Abschied

Zwei Jahre später, im Sommer 2012, beendet Moreno Merenda seine Profikarriere und kehrt in die Innerschweiz zurück. Er spielt noch drei Saisons beim SC Cham in der 1. Liga und verabschiedet sich standesgemäss vom Fussballerdasein: mit dem Aufstieg in die Promotion League und als Torschützenkönig. Seither arbeitet er beim SC Cham als Assistenztrainer. «Eigentlich wollte ich nicht Trainer werden», sagt der 39-Jährige. Inzwischen habe er aber gemerkt, dass das Leben auf dem Fussballplatz sein «Ding» sei. Demnächst will er die ersten Trainerdiplome machen.

Mit seiner Frau, dem sechsjährigen Sohn und der dreijährigen Tochter wohnt Moreno Merenda heute in Zug. Hauptberuflich arbeitet er bei einer Firma, die Getränke in die Schweiz importiert. Für die Trainerlaufbahn wäre er jedenfalls gerüstet: Das Nomadenleben kennt er bestens.

FC St. Gallen – FC Basel

heute Mi, 20.00 Uhr, Kybunpark;

Matchtipp Moreno Merenda: 2:0

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