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EVERGREEN: Der Trainer verbot ihm Flügelläufe

Der Thurgauer Pascal Cerrone absolvierte in zwei Saisons 67 Meisterschafts- und Cupspiele für den FC St. Gallen. Er war ein solider Stammspieler, doch das war den Fans zu wenig.
Daniel Wirth
Pascal Cerrone (rechts) im Zweikampf mit Francisco Aguirre von Yverdon-Sports FC. (Bild: Andree-Noelle Pot/Keystone (Yverdon, 11. Dezember 2005))

Pascal Cerrone (rechts) im Zweikampf mit Francisco Aguirre von Yverdon-Sports FC. (Bild: Andree-Noelle Pot/Keystone (Yverdon, 11. Dezember 2005))

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Wenn heute Abend der FC Thun im Kybunpark zu Gast ist, stehen im Trainerstab der Berner Oberländer zwei ehemalige FC-St. Gallen-Spieler: Cheftrainer Marc Schneider und sein Assistent Pascal Cerrone. Für Pascal Cerrone bedeutet das Spiel gegen den FC St. Gallen auch eine Rückkehr in den Landesteil, in dem er gross geworden ist: Der heute 36-jährige bärtige Blondschopf wuchs in Frauenfeld auf. Er spielte als Junior für den FC Frauenfeld, ehe er 1997 im Alter von 16 Jahren in die Nachwuchsabteilung des FC Winterthur wechselte. In der Spielzeit 1999/2000 hatte er erste Einsätze in der Nationalliga B für die Eulachstädter, 2001 wurde er Stammspieler und fiel auf – auch den Scouts des FC Thun. Pascal Cerrone wechselte ein erstes Mal ins Berner Oberland. Dort brillierte der linke Aussenverteidiger mit schnellen Flügelläufen und Torvorlagen. Er wurde zum U21-Nationalspieler. Als solcher absolvierte er 15 Länderspiele. Drei Saisons spielte der Thurgauer für den FC Thun, ehe er zurückkehrt in die Ostschweiz zum FC St. Gallen. Trainer im «Espenmoos» war seinerzeit der Deutsche Ralf Loose. Loose forderte von Pascal Cerrone vor allen Dingen eines: Defensivarbeit.

Solider Stammspieler mit Kampfgeist

Der Thurgauer tat sich schwer mit diesem «Befehl», das Leichtgewicht konnte sich nur schwer in die Herzen der leidenschaftlichen FC-St. Gallen-Fans spielen. Obschon: Cerrone war ein solider Stammspieler. Nur: Loose verbot ihm Flügelläufe, auf die sich die Anhänger so sehr gefreut hatten. «Die Fans waren mit meiner Leistung unzufrieden, und ich auch», sagt Pascal Cerrone.

Als Ralf Loose als Trainer von Rolf Fringer abgelöst wurde, ging es dem Frauenfelder etwas besser im grün-weissen Dress der Espen. «Ich bekam mehr Freiheiten, durfte nach vorne spielen», erinnert sich Cerrone. Er hat generell gute Erinnerungen an seine zwei Saisons beim FC St. Gallen, wie er sagt. Das Stadion Espenmoos mit seinen Fans sei einzigartig gewesen im Schweizer Fussball. Er erinnert sich gerne an das familiäre Ambiente im Club. Noch heute pflegt Cerrone regelmässig Kontakt zu seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Marc Zellweger und Philippe Montandon. «Wir gehen ab und zu miteinander ins Casino», sagt Cerrone, der heute zusammen mit seiner Frau, einer Thunerin, in Steffisburg in einem gemieteten Bauernhaus lebt.

Nach zwei Saisons bekam der Aussenverteidiger keinen neuen Vertrag mehr bei den St. Gallern. Cerrone wechselte 2007 zum FC Vaduz in die Nationalliga B. Dort war er Teil der Mannschaft, die den historischen Aufstieg einer liechtensteinischen Mannschaft in die höchste Schweizer Liga schaffte. Fünf Jahre spielte er im Fürstentum. Im Frühling 2012 wurde ihm kein Vertrag mehr angeboten. Er war damals der einzig verbliebene Spieler, der 2008 im Aufstiegsteam gestanden hatte. 2012 wechselte Pascal Cerrone von Vaduz zum FC Wil, für den er in drei Saisons 95 Spiele bestritt und parallel dazu Juniorenteams trainierte.

Im Sommer 2015 beendet der Thurgauer nach rund 450 Spielen in den beiden höchsten Schweizer Ligen seine Profikarriere. Er kehrt heim zum FC Frauenfeld und wird bei seinem Stammverein Trainer in der 2. Liga interregional –zwei Spielzeiten lang.

Und wieder kam der Ruf aus dem Berner Oberland

2017 folgte Pascal Cerrone erneut dem Ruf aus Thun. So geht das im Schweizer Fussball. Man kennt sich. Er wird Trainer der U21-Mannschaft des FC Thun. «Das Berner Oberland ist zu meiner zweiten Heimat geworden», sagt Cerrone in akzentfreiem Ostschweizer Dialekt. Marc Schneider holt Pascal Cerrone nach kurzer Zeit in den Staff der ersten Mannschaft als Assistenztrainer. Cerrone freut sich auf heute Abend: «Wir haben mehr als nur eine Rechnung offen.»

Matchtipp

Samstag, 19.00 Uhr, Kybunpark, FC St. Gallen – FC Thun: 0:2.

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