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EVERGREEN: Das unvollendete Genie

Hakan Yakin ist einer der besten Schweizer Fussballer der vergangenen Jahrzehnte. Der internationale Durchbruch blieb dem Edeltechniker jedoch verwehrt. Als Sprungbrett diente ihm einst der FC St. Gallen.
David Gadze
Hakan Yakin war seinen Gegenspielern schon früh meist eine Idee voraus. (Bild: Rainer Bolliger (3. Oktober 1998))

Hakan Yakin war seinen Gegenspielern schon früh meist eine Idee voraus. (Bild: Rainer Bolliger (3. Oktober 1998))

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Er war einer der begnadetsten Techniker, den der Schweizer Fussball hervorgebracht hat. Einer, der mit seinem linken Fuss immer wieder Zauberpässe schlug, dank seinem un­nachahmlichen Instinkt Tore am ­Laufmeter erzielte und Spiele im ­Alleingang entscheiden konnte. Einer, der jahrelang Hoffnungsträger der Schweizer Nati war. Aber auch einer, an dem sich die Geister schieden: Hakan Yakin war für die einen ein Genie, für die anderen eine Reizfigur.

Als der gebürtige Basler mit türkischen Wurzeln mit 17 Jahren zum FC Basel kommt, sind bereits ausländische Clubs an ihm interessiert. Und er zeigt sofort, warum: In seinem ersten Einsatz als Profi braucht er gerade einmal 17 Sekunden, um sein erstes Tor zu schiessen. Doch trotz des ­explosiven Beginns sitzt er oft auf der Bank. So wechselt er zu den Grasshoppers und schliesslich als Leihspieler zum FC St. Gallen. In rund eineinhalb Jahren und 43 Einsätzen gelingt ihm der Sprung vom hoffnungsvollen Talent zum Profi. Es ist quasi der Startschuss für eine grosse Karriere.

In der Schweiz erfolgreich, im Ausland glücklos

Trainer Roger Hegi holt Yakin im Januar 1998 als Ersatz für Regisseur Erik Regtop aufs Espenmoos. Der damals knapp 19-jährige Halbbruder von Ertan Irizik, der zwischen 1986 und 1995 fast 300 Spiele für die «Espen» absolvierte, fasst in St. Gallen schnell Fuss – und erweist sich als die ­erhoffte Verstärkung. So führt er den FCSG erstmals seit 1977 in den Cupfinal, als er beim 2:1-Sieg im Halbfinal gegen Lugano das erste Tor vorbereitet und das zweite selber schiesst. Den Final, in dem St. Gallen den Sieg aus der Hand gibt, verpasst er jedoch wegen einer Gelbsperre.

Der FCSG schafft es, Yakin für ein weiteres Jahr auszuleihen – zumindest auf Papier. Denn als Roger Hegi in der Winterpause zu den Grasshoppers wechselt, kaufen die Zürcher den Mittelfeldspieler im Frühling 1999 aus seinem Leihvertrag heraus. Im folgenden Jahrzehnt wird Hakan Yakin zu einem der dominierenden Spieler im Schweizer Fussball. Bei den Grasshoppers, dem FC Basel, den Young Boys und dem FC Luzern ist er Denker und Lenker des Teams.

Weniger Glück hat Yakin ­jedoch bei seinen Auslandabenteuern. Nachdem er mit dem FC Basel im Herbst 2002 auf der grossen Bühne der Champions League brilliert, werden ausländische Topclubs auf ihn aufmerksam. 2003 wechselt der Prinz des St.-Jakob-Parks als Nachfolger von Ronaldinho in den Parc des Princes zu Paris Saint-Germain. Doch bereits bei der offiziellen Vorstellung bemängelt Trainer Vahid Halilhodzic seinen Fitnesszustand. Wenig später überwirft er sich mit dem Verein wegen einer Leistenverletzung. So kehrt Yakin wenige Monate später zum FC Basel zurück, ohne ein ein­ziges Spiel für PSG absolviert zu haben. Im Sommer 2004 wagt er erneut den Sprung ins Ausland und geht zum VfB Stuttgart. Doch auch in der Bundesliga kann er sich nicht durchsetzen, nachdem Matthias Sammer Yakins Fürsprecher Felix Magath als Trainer ersetzt. Nach einem halben Jahr mit neun Einsätzen und null Toren leihen ihn die Schwaben für die Rückrunde an Galatasaray Istanbul aus, wo er wieder kaum spielt. Im Sommer 2008 wechselt er von YB zum katarischen Meister Al-Gharafa. Nur ein halbes Jahr später endet auch dieses Abenteuer. Nachdem die Clubbosse mitbekommen, dass Yakin mit Xamax verhandelt, wird er freigestellt. Beim FC Luzern erlebt er seine letzte grosse Zeit.

Trainer an der Seite des Bruders

Anfang 2012 wechselt Yakin schliesslich zur AC Bellinzona. Nach dem Konkurs der Tessiner beendet Yakin im Sommer 2013 seine Karriere als Fussballspieler und entschliesst sich, Trainer zu werden. Nach zwei Jahren als Nachwuchstrainer bei Zug 94 kehrt er Anfang 2016 in selber Funktion zum FC St. Gallen zurück. Das Engagement ist jedoch von kurzer Dauer: Als Murat Yakin im Dezember 2016 den FC Schaffhausen übernimmt, wird Hakan sein Assistenztrainer. Unter den Yakin-Brüdern wird der Tabellenletzte der Challenge League zu einem Topteam. Seit August letzten Jahres stehen sie nun bei GC an der Seitenlinie.

FC St. Gallen – Grasshoppers

heute Sa, 19 Uhr, Kybunpark.

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