Etwas Zeit gewonnen

Mörschwil erneuert die Kabelnetzanlage. Damit die Gemeinde auch in Zukunft moderne Dienste anbieten könne, sagt Gemeindepräsident Paul Bühler. Ein Glasfasernetz wie in Gaiserwald oder St. Gallen sei im Moment aber kein Thema.

Rafael Rohner
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Die Kabelnetzanlage von Mörschwil wird saniert. Dabei kann das TV-Signal bis zu sechs Stunden unterbrochen werden. (Bild: Urs Bucher)

Die Kabelnetzanlage von Mörschwil wird saniert. Dabei kann das TV-Signal bis zu sechs Stunden unterbrochen werden. (Bild: Urs Bucher)

mörschwil. Wenn der Fernsehbildschirm plötzlich schwarz wird, dann seien die Leute schnell am Fenster, um nachzuschauen, wer das Signal unterbrochen hat, sagt Hanspeter Bick. Er ist Inhaber der Firma Elektro Lengwiler AG, die im Auftrag der Gemeinde Mörschwil die Arbeiten am Kabelnetz koordiniert. Von August bis Ende Jahr sind zwei Techniker der Firma Cabledata AG in Mörschwil unterwegs. Sie erneuern das Kabelnetz. Kostenpunkt: ungefähr 450 000 Franken. Während der Arbeiten seien Unterbrüche des Internet- und TV-Signals unvermeidbar, sagt Bick.

Bis zu sechs Stunden könnten diese dauern. Die Techniker nähmen aber Rücksicht auf aktuelle Anlässe. Am Morgen der Bundesratswahlen zum Beispiel seien die Arbeiten unterbrochen worden. «Zudem werden die Bewohner jeweils vorgängig informiert.»

Glasfaser- und Kupfernetz

Das Kabelnetz Mörschwil bestehe zu 90 Prozent aus Glasfaserleitungen, über die das Signal der Cablecom in die Nähe der Häuser geleitet werde, sagt Bick.

In Quartierverteilern würden die Lichtsignale dann in elektrische Impulse umgewandelt und über Kupferleitungen in die Häuser geleitet. Diese Quartierverteiler und die Kupferleitungen in die Häuser gelte es zu überprüfen und bei Bedarf auszuwechseln, sagt Bick. Denn das bestehende Netz sei bereits zwölf Jahre alt und die Anzahl der Störungen hätte immer mehr zugenommen.

Im Rahmen dieser notwendigen Sanierungsarbeiten mache es Sinn, auch die Kapazität der Leitungen zu erhöhen. Die Leitung für das einseitig fliessende Fernseh- und Radio-Signal werde nicht verbessert. Dafür aber die Bandbreite der Leitungen erhöht, in welchen beidseitig Signale fliessen. Das sei beispielsweise bei den Leitungen für das Internet der Fall.

«Verschiedene Daten auf einmal können dann schneller aus dem Internet heruntergeladen werden», erklärt ein Techniker der Cabledata AG. «Der gewöhnliche Nutzer wird den Unterschied allerdings kaum bemerken.» Viel ändert nicht. Mit der Erhöhung der Bandbreite sei neu «Video on Demand», also Video auf Abruf, möglich. Zudem werde das digitale Fernsehangebot erweitert und 3D-Übertragungen könnten empfangen werden.

Glasfasernetz hin oder her

Ein Glasfasernetz bis in die Häuser hinein hätte sich die Gemeinde überlegt, sagt Bick. Dafür wären aber beachtliche Investitionen nötig gewesen. Die aktuellen Arbeiten hätten sowieso gemacht werden müssen. Auch wenn später das Glasfasernetz bis in die Häuser gezogen werde. Das bestehende Netz wäre auch dann noch einige Jahre weiter betrieben worden.

Irgendwann auch in Mörschwil

«Im Hausinnern», sagt ein Techniker, «müsse das Lichtsignal auf dem Glasfasernetz so oder so in elektrische Impulse umgewandelt werden.» Für einen gewöhnlichen Haushalt spiele es daher kaum eine Rolle, ob das Glasfasernetz wie in St. Gallen oder Gaiserwald bis in die Häuser hinein reiche oder auf einem Quartierverteiler umgewandelt würde.

«Irgendwann aber», vermutet Bick, «wird das System <Fiber to the Home>, also Glasfasernetze bis nach Hause, zum Standard gehören.» Dank der Modernisierung des bestehenden Netzes gewinne die Gemeinde aber Zeit, mindestens zehn bis fünfzehn Jahre. Solange werde es den Ansprüchen der Gemeinde genügen.