Eschensterben grassiert in der Region

Ein Pilz bereitet in den Wäldern der Region Probleme. Er befällt Eschen, welche daraufhin schwer erkranken oder sogar absterben. Gemäss Revierförster Reto Bless sind bereits zwischen zwei Drittel und drei Viertel aller Bäume befallen. Dagegen machen kann man aber nicht viel.

Michel Burtscher
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Das Eschensterben breitet sich in den Wäldern der Region aus. (Bild: Michel Burtscher)

Das Eschensterben breitet sich in den Wäldern der Region aus. (Bild: Michel Burtscher)

REGION. Ursprünglich kommt die Krankheit vermutlich aus dem asiatischen Raum. Im Jahr 2008 wurde sie erstmals auch in der Schweiz entdeckt und hat sich seither von Westen her über das ganze Land ausgebreitet. Die Rede ist vom Falschen Weissen Stengelbecherchen, einem Pilz, der sich über den Wind verbreitet und Eschen befällt. Die Bäume erkranken schwer und sterben im schlimmsten Fall sogar ab. Die Erkrankung wird denn auch Eschensterben oder Eschenwelke genannt. Und sie bereitet auch in den Wäldern der Region Probleme.

Mehrheit der Eschen befallen

Die erste befallene Esche in der Region habe er vor fünf Jahren in Rorschacherberg entdeckt, erzählt Revierförster Reto Bless. Seit damals hat sich die Krankheit unaufhaltsam ausgebreitet. Heute seien grob geschätzt bereits zwischen zwei Drittel und drei Viertel aller Eschen im Forstrevier betroffen. «Das ist viel, vor allem wenn man bedenkt, dass der Anteil von Eschen in den hiesigen Wäldern bei etwa zehn Prozent liegt», sagt Reto Bless. Und der Bestand werde sich noch weiter verkleinern, vermutet er.

Gefahr durch befallene Bäume

Viel dagegen machen kann Bless aber nicht. «Wir dürfen im Wald keine Chemie einsetzen», begründet er. Aber er beobachtet die Situation. «Vor allem entlang von Hauptachsen kontrollieren wir die Bäume regelmässig.» Dort gehe von befallenen Eschen eine grosse Gefahr aus, denn es könnten abgestorbene Äste herunterfallen und Fahrzeuge oder Passanten treffen und verletzen.

Einzelne Arten sind resistent

Erschwerend komme hinzu, dass man noch nicht sehr viel wisse über die Krankheit, sagt Bless. Es seien aber Bäume jeden Alters betroffen. «Und es wird vermutet, dass es gewisse Exemplare gibt, die resistent dagegen seien.» Welche das genau sind, weiss man aber nicht.

So schlimm das alles töne, dürfe man aber auch nicht überreagieren, sagt Revierförster Reto Bless. «Einfach alle befallenen Eschen zu fällen, ist keine Option.» Das mache man nur bei ganz schwer erkrankten Bäumen. Eschen, die nur leicht befallen sind, lasse man stehen und beobachte sie genau. «Es gab nämlich auch schon einzelne Bäume, die sich positiv entwickelten.»

Stadt bisher verschont

Auch wenn in den Wäldern der Region viele Eschen vom Pilz befallen sind, scheint er sich bisher noch nicht auf Bäume in der Stadt Rorschach übertragen zu haben. Dort hat man diese Probleme bisher nämlich noch nicht. «Es gibt im öffentlichen Raum in der Stadt geschätzt etwa 30 Eschen», sagt Stadtgärtner Walter Moser. Bisher habe man aber noch keinen Befall festgestellt. Es musste also noch kein Baum gefällt werden.

Ganz anders war das vor einigen Jahren, als Ulmen von einer Krankheit befallen wurden. Damals mussten mehrere, zum Teil sehr alte Bäume in der Stadt aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

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