ESCAPEROOM-WM: St.Galler ETH-Studenten im Rätselfieber

Vier junge St.Galler und ein Berner sind die Schnellsten: Das Team Stracciatella hat es in rekordverdächtigen 9 Minuten und 31 Sekunden geschafft, ein Escape-Rätsel zu lösen. Die vier ETH-Studenten können nun am 25. März an die Escaperoom-Weltmeisterschaft nach Budapest.

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Nijithan Berinpanathan aus Buchs, Marco Buob aus Altstätten, Thusheep Srikanthan aus Zollikofen (BE) und Carlo Signer aus Abtwil studieren an der ETH und sind zusammen das Escaperoom-Team Stracciatella. (Bild: pd)

Nijithan Berinpanathan aus Buchs, Marco Buob aus Altstätten, Thusheep Srikanthan aus Zollikofen (BE) und Carlo Signer aus Abtwil studieren an der ETH und sind zusammen das Escaperoom-Team Stracciatella. (Bild: pd)

Einen Escaperoom in nur neuneinhalb Minuten zu knacken, grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit? Wie schaffen Sie das?
Carlo Signer:
Das Geheimnis liegt vermutlich vor allem in unserer guten Teamarbeit. Sie haben uns nachher auch gesagt, dass wir extrem laut waren und herumgeschrien hätten im Container, weil wir alle miteinander die Aufgaben lösten und uns gegenseitig unterstützten. Es war ein extremer Adrenalinkick. Die anderen Teams brauchten etwa elf Minuten.

Wie kam es überhaupt zur Teilnahme an der Schweizer Vorausscheidung für die Escaperoom-Weltmeisterschaft in Budapest?
Signer:
Das war eher ein Zufall - wir sind keine eingefleischten Escaperoom-Spieler. Der Escaperoom-Container war in der Schweiz von Uni zu Uni unterwegs, und wir haben uns spontan zur Teilnahme angemeldet. Erfahrung in einem echten Escaperoom haben wir keine. Einer von uns hat sich dann intensiv in die Computerspiel-Variante eingearbeitet, und wir anderen haben uns auch etwas eingelesen und ein paar Rätsel gelöst.

Nützen diese Escaperoom-Computerspiele etwas zur Vorbereitung - gibt es irgendein Muster bei den Aufgaben?
Signer:
Man kann sich am Computer schon etwas in die Art der Aufgaben eindenken und ihren Mechanismus durchschauen lernen. Die Aufgaben wiederholen sich immer wieder auf irgendeine Art.

Ist vor allem Mathematik gefragt?
Signer:
Gar nicht. Es geht vor allem um logisches Denken und darum, den Mechanismus der spielerischen Aufgaben möglichst schnell zu durchschauen. Am allerwichtigsten ist aber die gute Teamarbeit.

Jetzt gibt es zum ersten Mal eine Escaperoom-Weltmeisterschaft: Bereiten Sie sich speziell darauf vor?
Signer
: Man könnte sich sehr gut vorbereiten und am Computer "Escape the Room" spielen und immer wieder die Aufgaben üben, bis man sie in Fleisch und Blut hat. Das bringt sehr viel. Wir machen das alle etwas, wenn wir zum Beispiel im Tram unterwegs sind oder auch mal am Abend. Aber wir sind ja alle auch noch am Studieren an der ETH.

Wie muss man sich diese erste Escaperoom-Weltmeisterschaft vorstellen?
Signer:
Wir fahren von Mittwoch bis Sonntag nach Budapest. Am Samstag findet die Weltmeisterschaft mit verschiedenen Tasks statt. Es geht jedes Mal darum, wer die Aufgaben am schnellsten lösen kann. An den anderen Tagen werden diverse Aktivitäten organisiert. Wir freuen uns sehr auf diese Tage. Es ist auch eines der Ziele der Veranstalter, dass die Teilnehmer aus aller Welt eine tolle Zeit miteinander erleben.

Was gibt es neben Ruhm und Ehre zu gewinnen?
Signer
: Die Siegergruppe gewinnt eine Woche in einem Labor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit Flug und allem Drum und Dran. Das ist natürlich ein sehr cooler Preis.

Escaperooms stellen extrem hohe Anforderungen an die Teamfähigkeit. Seid ihr auch im Alltag ein eingespieltes Team?
Signer:
Wir studieren alle Maschinenbau an der ETH. Zwei sind im Master-, zwei im Bachelorstudium. Wir kennen uns nur von der Uni, sind dort oft zusammen, haben sonst keine gemeinsamen Hobbies, die uns verbinden. Wir wohnen zwar alle in Zürich, in der Freizeit hat aber jeder von uns seine eigenen Interessen.

Eine Mission erfüllen

Ein Escaperoom ist ein körperliches Abenteuerspiel, in dem Spieler in einem Raum eingeschlossen werden und eine Reihe von Rätseln lösen müssen. Innerhalb einer festgelegten Zeit muss die Mission beendet werden. Die Spiele sind physische Versionen von "Escape the Room"-Computerspielen. Die Räume sind meist fiktive Orte wie Gefängniszellen, Labors oder Raumstationen. Es sind beliebte Teambildungs-Übungen.Das erste Zimmer wurde im Jahr 2006 erstellt. Die Escaperooms wurden dann in den USA, Japan, Taiwan, Kanada, Israel und China in den 2010er Jahren populär. Später entstanden auch Escaperooms in Nordamerika, Europa, Australien, Neuseeland, Russland und Südamerika. Auch St.Gallen und Frauenfeld haben Escaperooms. (chs)