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Es wird ein fruchtiger Leichter

Die Reblüt haben sich am Samstag zum Wimmet auf Schloss Dottenwil getroffen, um 2,5 Tonnen Trauben zu ernten. Weder der nasse Frühsommer noch die Kirschessigfliege konnten Schaden anrichten.
Nina Rudnicki
1700 Rebstöcke wachsen am Hang von Schloss Dottenwil. Bei Sonnenschein konnten die Reblüt die grossen Beeren ernten. (Bilder: Urs Bucher)

1700 Rebstöcke wachsen am Hang von Schloss Dottenwil. Bei Sonnenschein konnten die Reblüt die grossen Beeren ernten. (Bilder: Urs Bucher)

«Es war ein schwieriges Rebjahr», sagt Dieter Kühni. «Dabei hat alles gut angefangen. Zuerst gab es einen guten Bluescht und danach haben auch die Trauben wunderbar angesetzt.» Im Juni und Juli sei es dann aber viel zu nass und kalt gewesen. Die Trauben hätten daher erst im August Farbe bekommen. Der Präsident der Reblüt, einer Untergruppe der IG Dottenwil, steht im Rebberg vor dem Schloss Dottenwil in Wittenbach. 22 weitere Helferinnen und Helfer sind zwischen den rund 1700 Rebstöcken verteilt und ernten in Zweiergruppen Trauben. Dass es ein hartes Rebjahr war, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. An den Rebstöcken hängen zahlreiche und vor allem grosse Früchte. «Die Qualität der Trauben ist in diesem Jahr denn auch hervorragend», sagt Kühni. «Ein Spitzenjahrgang wie 2015 wird des diesmal aber dennoch nicht.» So werde es in diesem Jahr wahrscheinlich eher einen leichteren Wein geben mit einem etwas niedrigeren Alkoholgehalt, schätzt er. Denn wenn Trauben weniger Sonnentage haben, ist auch ihr Zuckergehalt niedriger. Das wiederum führt zu einem niedrigeren Alkoholgehalt.

Mit Tonerde gespritzt – Ergebnis ist hervorragend

1358 Kilo Gamaret-Trauben und 1416 Kilo Johanniter-Trauben, beide Sorten mit einem Zuckergehalt von 82 Öchsle, werden Kühnis und sein Team bis zum Abend gepflückt und bei Winzer Schmid Wetli in Berneck abgeliefert haben. Ein Kilogramm Trauben ergibt später eine Flasche Wein. Dass so eine grosse Menge zusammengekommen ist, ist in diesem Jahr nicht selbstverständlich, nicht nur wegen des schlechten Wetters. Wie alle Winzer in der Schweiz hatten auch die Reblüt wegen der Kirschessigfliege mit Ernteeinbussen zu rechnen. Sie wagten daher einen Versuch und spritzten ihre Trauben erstmals mit dem biologischen, aus Tonerde bestehenden Mittel «Surround». «Das Ergebnis ist hervorragend. Wir haben praktisch keine Kirschessigfliegen», sagt Kühni. Das Geniale an dem Mittel sei, dass es gleich auf zwei Arten wirke. Zum einen würden die Kirschessigfliegen von dunklen Farben angezogen, weshalb auch nur die blauen Trauben betroffen sind.

Das Rebjahr mit einem Winzerfest feiern

Spritzt man nun die flüssige Tonerde auf die Trauben, bedeckt sie diese mit einer dünnen grauen Schicht. Die blaue Farbe der Trauben ist nur noch schwach zu erkennen und die Kirschessigfliegen bleiben weg. Setzt sich dennoch eine Fliege auf eine besprühte Traube, dann verklebt die Tonerde mit einem dünnen Film die Beine und Gelenke des Insekts. Es ist dann nicht mehr überlebensfähig.

18 Monate wird es nun dauern, bis der Rotwein in Flaschen abgefüllt und getrunken werden kann. Weil die weissen Trauben im Gegensatz zu den blauen Trauben sofort gepresst werden, wird der «Reblüt Wiisse» schon im Sommer 2017 im Schloss Dottenwil serviert und verkauft werden. Diesen November feiern die Reblüt wie jedes Jahr ein Winzerfest. Kühni sagt.: «Das ist eine Tradition, an der wir seit unserer ersten Ernte 2004 festhalten.»

Die diesjährigen Johanniter-Trauben haben 82 Öchslegrade. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Die diesjährigen Johanniter-Trauben haben 82 Öchslegrade. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

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