Es tut sich wieder etwas

Zweimal Gold, einmal Silber, dazu eine Limite für die Europäischen Jugendspiele – die Ostschweizer Langstreckenläufer machen sich bemerkbar wie seit Jahren nicht mehr. Nachfolger von Bruno Heuberger und Markus Hagmann sind in Sicht.

Jörg Greb
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Der 17jährige Matthias Barth (rechts) unterbietet die Limite für die Europäischen Jugendspiele. (Bild: Urs Siegwart)

Der 17jährige Matthias Barth (rechts) unterbietet die Limite für die Europäischen Jugendspiele. (Bild: Urs Siegwart)

Leichtathletik. Markus Hagmann und Marathonläufer Bruno Heuberger waren während Jahren die Erfolgsgaranten der Ostschweizer Langstrecken-Elite. Achtmal in Folge gewann Hagmann bis 2007 den Schweizer- Meister-Titel über die 3000 m Steeple. Bruno Heuberger sicherte sich in dieser Zeit Schweizer-Meisterschafts-Gold im Halbmarathon und im Cross. Bruno Heuberger trat 2008 zurück, Markus Hagmann, unterdessen 37jährig, läuft noch immer. Doch er tut dies nun aus einer anderen Motivation. Markus Hagmann läuft als Trainer und aus «reiner Freude».

Limite für Matthias Barth

Nachfolger für Bruno Heuberger und Markus Hagmann schienen lange nicht in Sicht. Bis in diesem Frühling. An den Cross-Titelkämpfen der Kategorie U20 belegten Joel Drittenbass und Eric Rüttimann, beide vom LC Brühl, über 3000 m Steeple die Plätze zwei und vier. Am Grand Prix Bern gewannen beide ihre Altersklasse: Joel Drittenbass am Altstadt-GP, Eric Rüttimann über die Originalstrecke von 16,1 km. Und Hoffnung gaben auch die Leistungen an den Schweizer Vereinsmeisterschaften Anfang Juni: Eric Rüttimann lief die 3000 m in 8:42 Minuten, Joel Drittenbass die 5000 m in 15:05 Minuten. Die Ränge eins und zwei an den vorgezogenen Meisterschaften über 10 000 m waren nun die vorläufige Krönung. Doch sonnen können sich Eric Rüttimann und Joel Drittenbass nicht allein. Am Folgetag lief Matthias Barth die 800 m in 1:54,42 Minuten. Und damit unterbot der noch nicht 17-Jährige die Limite für die Europäischen Jugendspiele (EYOF). Zudem verbesserte er den U18-Kantonalrekord über 800 m von Reto Gächter aus den 1980er-Jahren um acht Hundertstelsekunden. Zu erinnern ist, dass Reto Gächter es bei den Aktiven immerhin zum Schweizer-Meister-Titel gebracht hat. «Matthias' Leistung verdient besondere Komplimente», sagte denn auch Markus Hagmann.

Die Entwicklung

Der Altmeister – er belegte in Uster über 3000 m Steeple erneut Rang zwei – hat vor fünf Jahren begonnen, mit diesen Jugendlichen zu arbeiten. Der jüngste Höhepunkt von Matthias Barth wurde in Betracht gezogen, war aber nicht erwartet worden. Für Markus Hagmann steckt hinter Matthias Barths Leistung eine Entwicklung: «Matthias musste lernen, konstant zu arbeiten und mit seiner Gesundheit haushälterisch umzugehen.» Festzuhalten ist, dass ihn Markus Hagmann – wie auch alle anderen der Gruppe – nicht übertrieben forciert. «Es geht um einen kontinuierlichen Aufbau», sagt er und verdeutlicht: Angestrebt wird, dass die Leistungskurven noch Jahre nach oben zeigen, dass vorgesehene quantitative und qualitative Steigerungen im Training Früchte tragen.

Von der Erfahrung profitieren

Markus Hagmann möchte als Trainer Vorbild sein und die Athleten von seiner Erfahrung profitieren lassen. Wenn er selber nach wie vor mit einer hohen Leistungsfähigkeit aufwarten kann, profitieren alle. Und profitieren können nicht nur Matthias Barth, Eric Rüttimann und Joel Drittenbass. Die Gruppe umfasst unterdessen 18 Leute, und es hat sich in der weiteren Region herumgesprochen, wie gewissenhaft gearbeitet wird in St. Gallen. Ständig stossen neue Athleten dazu.

«Ich blicke optimistisch und gespannt in die Zukunft», sagt Trainer Markus Hagmann. Er traut sechs bis acht Mitgliedern seiner Trainingsgruppe zu, in absehbarer Zeit national vorne mitzumischen. Bei einem oder zwei sieht er gar die Möglichkeit für internationale Ziele. Dass sie also in seine Fussstapfen treten? «Eher noch etwas mehr», sagt Markus Hagmann, «ich konnte mich nie für eine EM qualifizieren.» Er sieht für die neue Generation also hoch angesetzte Möglichkeiten. Aber Markus Hagmann gibt auch zu bedenken: «Diese Talente müssen gesund bleiben und den Elan beibehalten.»

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