«Es muss für alle stimmen»

Der Heimatschutz hat zwei Einsprachen eingereicht gegen Überbauungspläne im ehemaligen Saurer WerkZwei in Arbon. Präsident Uwe Moor ist vor allem das Jumbo-Projekt ein Dorn im Auge.

Markus Schoch
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Hier soll der neue Jumbo entstehen: Der markante Kopfbau bleibt gemäss Plänen bestehen, die Hallen hinten werden abgerissen. (Bild: Markus Schoch)

Hier soll der neue Jumbo entstehen: Der markante Kopfbau bleibt gemäss Plänen bestehen, die Hallen hinten werden abgerissen. (Bild: Markus Schoch)

Herr Moor, die eine Einsprache des Thurgauer Heimatschutzes betrifft die Umnutzung des Hamel-Gebäudes. Was passt dem Verband nicht?

Uwe Moor: Es ist nicht so, dass wir massive Einwände gegen das Projekt hätten. Uns fehlt aber die Stellungnahme der Ortsbildkommission. Wir würden gerne wissen, wie sie darüber denkt. Das Fachgremium ist mit ausgewiesenen Fachpersonen besetzt, die mit den Verhältnissen vor Ort bestens vertraut sind. Wir können nur von ihnen lernen. Wir wollen mit unserer Einsprache aber auch erreichen, dass die HRS ihre Versprechen einhält, die sie gegeben hat.

Der Heimatschutz hat auch gegen den Neubau der Firma Jumbo bei der Arbomec Einsprache erhoben.

Moor: Das ist ein grösseres Problem. Der Jumbo will den markanten und denkmalgeschützten Kopfbau der Firma Arbomec zwar stehenlassen, aber die dahinter liegenden Hallen abbrechen. Sie sind aber ein wichtiger industriegeschichtlicher Zeitzeuge und eine technische Meisterleistung, erbaut vom bekannten Architekten Georges-Pierre Dubois. Der Jumbo will stattdessen einen schrecklichen Normbau «hinklotzen». Die Firma hat bis jetzt im Gespräch wenig Sensorium für die besonderen Verhältnisse bewiesen. Uns würde auch hier interessieren, wie sich die Arboner Ortsbildkommission zu den Plänen stellt.

Was fordert der Heimatschutz?

Moor: Dass die Hallen stehen bleiben. Es müsste doch möglich sein, dass der Jumbo sie in sein Projekt integriert. Und wenn das nicht geht: Es hat gut Platz. Der Jumbo kann seinen Neubau doch auch an einem anderen Ort im Saurer WerkZwei realisieren. Es wäre sehr schade, die Dubois-Bauten abzureissen. Ich bin sicher, dass sich jemand finden würde, der sie nutzen könnte. Die geplanten Parkplätze übrigens sind kein Problem für uns.

Wie geht es jetzt weiter?

Moor: Wir sind gesprächsbereit und bemüht, eine Lösung zu finden. Wir wollen helfen, das Areal zu entwickeln, das zu einem neuen Stadtteil von Arbon werden soll. Das ist eine tolle und herausfordernde Aufgabe. Es muss aber für alle stimmen. Von den Planern verlangen wir deshalb höchste Sorgfalt. Wir haben das Gefühl, es sei manchmal etwas gar schnell gegangen. Der Firma HRS ist jedoch zugute zu halten, dass sie gut informiert.

Dem Hotel Metropol trauern Sie nicht nach?

Moor: Doch, ich finde es schade, dass es abgerissen werden soll. Aber man kann nicht alles retten. Zudem gefällt mir das Konzept des geplanten neuen Hotels auf der anderen Seite der Gleise im Sauer WerkZwei. Es erweist der Geschichte des Ortes Referenz.

Uwe Moor Präsident des Thurgauer Heimatschutzes (Bild: Nana do Carmo)

Uwe Moor Präsident des Thurgauer Heimatschutzes (Bild: Nana do Carmo)

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