Es gibt wieder genügend Haus- und Landärzte

Heidi Hanselmann entwarnt: Der Hausärzte-Mangel ist behoben. Im Jahr 2010 haben im Kanton St. Gallen 31 Mediziner neu eine Bewilligung zur Ausübung dieses Berufes erhalten.

Inge Staub
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Regierungsrätin Heidi Hanselmann im Botanischen Garten. (Bild: Urs Bucher)

Regierungsrätin Heidi Hanselmann im Botanischen Garten. (Bild: Urs Bucher)

«Unsere Massnahmen gegen den Nachwuchsmangel bei den Hausärzten greifen», sagte Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann gestern beim Jahresrückblick im Botanischen Garten in St. Gallen. Das Interesse an der Hausarztmedizin sei im Kanton stark gestiegen.

Bessere Ausbildung

31 neue Bewilligungen für Hausärzte hat der Kanton im Jahr 2010 erteilt. Das sind mehr, als nötig wären, um die heutige Abdeckung mit Hausarztmedizin aufrechtzuerhalten. Berechnungen des Gesundheitsdepartements ergaben, dass jährlich rund 18 Personen für die Hausarztmedizin gewonnen werden müssen, damit das heutige Angebot aufrechterhalten werden kann.

Die Gesundheitsdirektorin führt dies auf Verbesserungen bei der Ausbildung zurück. St. Gallen bietet als einziger Kanton ein fünf Jahre dauerndes Curriculum für Hausarztmedizin an: Nach einer dreijährigen Grundausbildung arbeiten die Absolventen während eines halben Jahrs in einer Hausarztpraxis mit. Danach sammeln sie während anderthalb Jahren als Assistenten Erfahrung in drei weiteren Disziplinen. Mit den neuen Bewilligungen ist vor allem der Ärztemangel in den ländlichen Gebieten entschärft: Wie Heidi Hanselmann sagt, lassen sich die neuen Ärzte mehrheitlich in den Regionen nieder. Dort besteht am meisten Handlungsbedarf: Von den knapp 400 praktizierenden Hausärzten im Kanton St. Gallen sind heute fast die Hälfte über 55 Jahre alt. Am stärksten ist die Überalterung im Toggenburg und dem Sarganserland.

Mit Spitälern vernetzt

Wie die Gesundheitsdirektorin weiter ausführte, ist es dem Kanton zudem gelungen, Hausärzte und Spitäler noch mehr zu vernetzen. In St. Gallen können Hausärzte ihren Notfalldienst direkt auf der Notfallstation des Kantonsspitals absolvieren. In einigen Regionen übernehmen die Spitäler während der Nacht den telefonischen Notfalldienst.

«Neuer Level bei Krebsvorsorge»

Patientinnen und Patienten können auch in der Fachmedizin von Neuerungen profitieren. Gemeinsam mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden will der Kanton St. Gallen das Bündnis gegen Depression umsetzen. Bereits sehr gut angelaufen ist laut Heidi Hanselmann das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Es sei gelungen, viele Frauen für das Programm zu gewinnen. «Wir haben schweizweit einen neuen Level gesetzt», betont die Gesundheitsdirektorin. Der Qualitätsanspruch an das Mammographie-Screening sei in keinem Kanton so hoch wie in St. Gallen.