«Es geht um mehr als Häggenschwil»

HÄGGENSCHWIL. Die Häggenschwiler wollen im Verbund mit weiteren kleinen Oberstufengemeinden per Initiative das kantonale Schulgesetz ändern. Sie sehen ihre Schule als ersten Dominostein, der zu Fall gebracht werden soll. «Passiert das, werden weitere folgen.»

Daniel Walt
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Kämpferisch: Die Häggenschwiler machen im Streit um ihre Oberstufe weiter Druck. (Bild: Archiv/Benjamin Manser)

Kämpferisch: Die Häggenschwiler machen im Streit um ihre Oberstufe weiter Druck. (Bild: Archiv/Benjamin Manser)

Piraten geben nicht so rasch auf. Diese Erfahrung machen derzeit der kantonale St.Galler Erziehungsrat sowie Bildungschef Stefan Kölliker. Mitte Woche war verkündet worden, dass die Oberstufe Häggenschwil ihre Selbständigkeit aufgeben muss: Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird ihre Ausnahmebewilligung aufgrund der tiefen Schülerzahlen nicht mehr verlängert. Nun kündigt ein Komitee aus Häggenschwil eine kantonale Volksinitiative an.

6000 Unterschriften nötig
Aktiv werden will jenes Komitee, welches bereits Ende vergangenen Jahres über 7000 Unterschriften für den Erhalt der Oberstufe Häggenschwil gesammelt hatte. Es strebt mittels einer Initiative eine Änderung des Volksschulgesetzes an. 6000 Unterschriften sind dafür nötig. Sprecher Hans-Georg Wiget: «Unser Ziel ist es, dass im kantonalen Volksschulgesetz explizit festgehalten wird, dass die Oberstufe nicht nur in Jahrgangsklassen geführt werden kann, sondern auch altersdurchmischt oder in anderen individualisierten Formen.»

«Andere haben ähnliche Probleme»
Bereits seit Monaten dauert der Kampf um die Eigenständigkeit der Oberstufe Häggenschwil. Bisher verlief er für die Piraten erfolglos. Ist da die Einreichung einer Initiative nicht Zwängerei? «Klar kann es sein, dass einige finden, die Häggenschwiler sollten nicht so dumm tun wegen ihrer paar Schüler», sagt Hans-Georg Wiget. Es gehe aber um mehr als Häggenschwil. Dessen kleine Oberstufe sei der erste Dominostein, der zum Fallen gebracht werden solle. «Passiert das, werden weitere folgen. Denn auch andere Schulgemeinden haben ähnliche Probleme wie wir», hält er fest.

Aufschub anstreben
Genau aus diesem Grund will das Komitee Pro Oberstufe Häggenschwil für die Lancierung der Initiative weitere kleine St.Galler Schulgemeinden ins Boot holen. Zu diesem Zweck arbeitet es Hand in Hand mit der IG kleine Oberstufen zusammen. Diese kritisiert in einer Pressemitteilung ihrerseits die Kommunikation des Bildungsdepartementes im Fall Häggenschwil heftig. Ziel der aktuellen Bemühungen ist es laut Hans-Georg Wiget, ein gemeinsames Initiativkomitee auf die Beine zu stellen. «Deshalb wird es auch noch bis im Februar dauern, bis der Initiativtext zur Prüfung eingereicht wird», erklärt Wiget. Für ihn ist klar: Die Initiative darf für die Oberstufe Häggenschwil nicht zu spät kommen, welche ihre Eigenständigkeit nach dem Willen des Kantons bereits Mitte 2012 verlieren soll. Wigets Forderung steht: «Solange über die Initiative nicht abgestimmt ist, darf keine Schule zugehen. Wir streben einen Aufschub an.»

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