Es braucht kein Trinkverbot im Bus

Frage an Andres Büsser (CVP): CSP-Nationalrat Karl Vogler aus Obwalden fordert, den Alkoholkonsum im öV zu verbieten. Würde eine solche Regelung St. Gallen sicherer machen oder wäre sie reine Schikane? Antwort Andres Büsser (CVP):

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Andres Büsser Kandidat Stadtparlament CVP (Bild: Quelle)

Andres Büsser Kandidat Stadtparlament CVP (Bild: Quelle)

Frage an Andres Büsser (CVP):

CSP-Nationalrat Karl Vogler aus Obwalden fordert, den Alkoholkonsum im öV zu verbieten. Würde eine solche Regelung St. Gallen sicherer machen oder wäre sie reine Schikane?

Antwort Andres Büsser (CVP):

Nein, es würde die Stadt nicht sicherer machen. Ein Ess- und Trinkverbot in den VBSG-Bussen gibt es schon länger. Der geschätzte Vorsteher der zuständigen Direktion ist übrigens FDP-Mitglied. Essen und Trinken sollte im öV zulässig sein, solange andere nicht belästigt werden. Gegen unflätiges Benehmen von Rüpeln oder Chaoten wäre allenfalls das generelle Recht des Mitfahrers zur straffreien Ohrfeige zu prüfen.

Im Ernst: Neue Verbote sollte es nur geben, wenn sie erforderlich, verhältnismässig und im öffentlichen Interesse sind. Das Verständnis für Anstand und Recht fehlt zwar vermehrt; allerdings nicht nur einzelnen Fahrgästen, sondern gelegentlich auch Managern oder Karikaturisten. Es hat mit dem Fehlen von Verantwortungsgefühl für eingeforderte Freiheit zu tun und mit dem Ignorieren der goldenen Regel: Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu. Diese Regel zu lehren und das Verständnis dafür zu bilden, dass ihre Verletzung nicht «nur» unmoralisch ist, sondern auch ökonomisch und sozial schädlich, ist Aufgabe von Eltern und Schule. Im Bus dürfte es dafür zu spät sein. Man sollte die Verursacher konsequent für Schäden zahlen lassen. Ein Gesetz dafür gibt es längstens. Für die Haftung bei Beschädigung öffentlicher Infrastruktur wäre die Umkehr der Beweislast zum Verschulden prüfenswert.

Am Wochenende wird das St. Galler Stadtparlament neu bestellt. Vorher kamen im Tagblatt Kandidierende zu Wort. Sie beantworteten Fragen, die ihnen andere Kandidatinnen und Kandidaten stellten. Die heutige Antwort beendet die Reihe.