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Es bebt hinter dem Hauptbahnhof

ST.GALLEN. Aus dem Wettbewerb für eine neue Überbauung auf dem Areal des Spanischen Klubhauses wird vorerst nichts. Zwei Architekturbüros sind ausgestiegen und kritisieren das Vorgehen. Jetzt fordern Parlamentarier einen Planungsstop.
David Gadze
Nicht nur die Häuserzeile vom Klubhaus bis zur Fachhochschule soll in die Planung einbezogen werden, sondern auch der vorgelagerte Parkplatz. (Bild: Urs Jaudas)

Nicht nur die Häuserzeile vom Klubhaus bis zur Fachhochschule soll in die Planung einbezogen werden, sondern auch der vorgelagerte Parkplatz. (Bild: Urs Jaudas)

Die Planung einer neuen Überbauung hinter dem Hauptbahnhof gerät ins Stocken, bevor sie richtig angefangen hat. Die drei Familienausgleichskassen, die das Spanische Klubhaus und das Nachbargebäude an der Lagerstrasse 10 gekauft haben, wollen dort ein neues Bürogebäude bauen. Und die Stadt als Eigentümerin der Liegenschaften am anderen Ende der Häuserzeile will ihre Gebäude an einen Investor abgeben. Für die von der Stadt forcierte gemeinsame Planung sollte ein Wettbewerb mit vier eingeladenen Architekturbüros durchgeführt werden (Tagblatt vom 21. August).

Wettbewerb geplatzt

Daraus wird nun vorerst nichts: Wie das Kulturmagazin «Saiten» am Dienstag berichtete, sind zwei der vier Architekturbüros ausgestiegen. Zudem haben zwei angefragte Architekten die Teilnahme in der Jury abgelehnt. Das Wettbewerbsprogramm sei ungenügend und eine gute Lösung unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich.

Auch in der Öffentlichkeit war Kritik am geplanten Vorgehen laut geworden. So bemängelte der St. Galler Architekt Thomas K. Keller vor knapp einem Monat an einer Podiumsdiskussion in der Lokremise, dass es keinen offenen Wettbewerb für die geplante Überbauung gebe. Man müsse möglichst viele Ideen in das Gebiet einfliessen lassen.

Planungsstop für Gesamtsicht

Die SP-Stadtparlamentarier Gallus Hufenus und Doris Königer wollen an der nächsten Parlamentssitzung am Dienstag einen Vorstoss zum weiteren Vorgehen einreichen. Sie verlangen einen Planungsstop. Stattdessen soll eine neue Auslegeordnung mit allen Beteiligten – Stadt, Kanton, Grundeigentümer, Anwohner und SBB – gemacht werden, um die Entwicklung des ganzen Areals auf der Nordseite des Hauptbahnhofs von Grund auf zu überarbeiten.

Das Gebiet sei «ein innerstädtisches Filetstück», dessen Zukunft von grossem öffentlichen Interesse sei, sagt Hufenus. «Die Stadt hat aber offenbar weder eine Vision, wie das Areal entwickelt werden soll, noch hat sie ein Konzept.» Es fehle eine Gesamtsicht. So werde bloss über die Häuserzeile zwischen Klubhausstrasse und Fachhochschule diskutiert, der oberirdische SBB-Parkplatz auf der anderen Seite der Lagerstrasse werde jedoch ausgeklammert. Ein Wettbewerb könne folglich erst dann durchgeführt werden, wenn die Bedürfnisse geklärt seien und eine Vorstellung von der Arealentwicklung existiere. Deshalb brauche es jetzt politischen Druck auf die Bauverwaltung.

Nicht auf Vorrat abbrechen

Hufenus und Königer wollen auch verhindern, dass das Klubhaus «auf Vorrat» abgebrochen wird, solange kein fertiges Bauprojekt vorliegt. Die Familienausgleichskassen hatten angekündigt, es zusammen mit dem Nachbarhaus im Mai 2015 abreissen zu wollen. Das Abbruchgesuch liegt zurzeit öffentlich auf, die Einsprachefrist läuft bis kommenden Mittwoch. «Immer wieder heisst es, das Gebiet sei ein lebloses Niemandsland. Dann darf man nicht einen der wenigen belebenden Orte verschwinden lassen, bevor klar ist, was an seiner Stelle entstehen soll», sagt Hufenus. Reto Antenen, Präsident der Genossenschaft Spanisches Klubhaus, habe den Verkauf an die Familienausgleichskassen seinerzeit damit begründet, diese übernähmen eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. «Jetzt müssen sie beweisen, dass sie bereit sind, das zu tun», fordert Hufenus.

Weiteres Vorgehen noch offen

Stadträtin Patrizia Adam konnte gestern keine Angaben dazu machen, welche Konsequenzen die Absagen der Architekturbüros und der Jurymitglieder und deren Begründungen für den Wettbewerb haben werden. «Wir befinden uns mitten im Prozess der gemeinsamen Planung», sagte die Baudirektorin. Die Stadt werde in den nächsten Tagen mit den Familienausgleichskassen das weitere Vorgehen besprechen. Auch Andreas Fässler, Geschäftsführer der Ausgleichskassen, wollte sich nicht dazu äussern.

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