ERWEITERUNG: Ninjas erobern Fägnäscht

Das Fägnäscht in Rorschach will nicht mehr nur kleine Kinder ansprechen. Der Betreiber des Indoor-Spielplatzes hat dafür einiges in die neue Halle investiert. Die Eröffnung steht kurz bevor.

Lisa Wickart
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«Das Highlight ist die neue Trampolinanlage», sagt der Inhaber des Fägnäschts, Reto Schirmer. (Bild: Rudolf Hirtl)

«Das Highlight ist die neue Trampolinanlage», sagt der Inhaber des Fägnäschts, Reto Schirmer. (Bild: Rudolf Hirtl)

Noch rattern und hämmern die Baumaschinen, doch schon bald lachen und schreien hier Kinder und Teenager: Der Umbau des Fägnäschts in Rorschach dauert nicht mehr lange. «Im Juni wollen wir spätestens eröffnen», sagt Reto Schirmer, Inhaber des Indoor-Spielplatzes. Das Highlight der Halle ist bereits erkennbar: Auf 350 Quadratmetern entsteht eine Anlage aus zusammenhängenden Trampolinen. Daneben steht bald ein Ninja-Course. Das Ziel dabei ist hängende und stehende Hindernisse zu überwinden, ohne in das Ballbad zu fallen. Von einem Sprungturm können Kinder auf einen Jumpbag, ein grosser aufgeblasener Plastiksack, springen.

Die seit acht Jahren bestehende Spielhalle im oberen Stock ist für Kinder bis etwa zwölf Jahren geeignet. Mit der zweiten Halle will Reto Schirmer nun ein breiteres Publikum ansprechen: «Wir wollen etwas bieten, das Kinder von fünf Jahren bis ins hohe Teenageralter anspricht.» Einige der neuen Attraktionen seien in der Schweiz unbekannt. Inspiration hat sich der Betreiber im Ausland geholt. Die USA sei dabei ein Vorbild. Reto Schirmer und seine Familie haben viele Indoor-Spielhallen selbst ausprobiert. Besonders Trampolinanlagen haben ihn überzeugt: «Nach zehn Minuten auf den Trampolinen ist man nudelfertig.»

Mitarbeiter werden aufgestockt

Auf die Halle unter dem bestehenden Fägnäscht hat Schirmer schon lange ein Auge geworfen: «Nachdem der vorherige Mieter ausgezogen ist, hatten wir die Möglichkeit für eine Erweiterung.» Und für Investitionen: Nur schon für die Trampolinanlage muss der Betreiber rund 150 000 Franken hinblättern.

Bei Vollbetrieb tummeln sich hier bis zu 400 Kinder. Die Besucherzahl sei wetterabhängig: «Bei schlechtem Wetter kommen mehr Leute als bei gutem.» Der lukrativste Monat sei bisher ein verregneter Juli vor einigen Jahren gewesen. Nun kommen zu den 20 Voll- und Teilzeitmitarbeitenden 10 neue dazu. Der Appenzeller wünscht sich für seine Mitarbeiter ausgeglichenes Wetter: «Wenn wir eine zu lange Schlechtwetterperiode haben, kann das sehr anstrengend werden.»

Einzugsgebiet bis ins nahe Ausland

In der Ostschweiz ist das Fägnäscht die grösste Indoor-Spielhalle. «Konkurrenz merken wir bis jetzt noch nicht», sagt Schirmer. Sie seien noch immer etwas Neues hier. Auch über die Landesgrenze hinaus kommen Besucher nach Rorschach. Zum Einzugsgebiet gehören nebst der Bodenseeregion und dem Rheintal das Bündnerland und Vorarlberg. Dies sei jedoch je nach Tag unterschiedlich: «Unter der Woche fahren die Leute im Schnitt eine halbe Stunde zu uns, am Wochenende bis zu einer Stunde.» Den genauen Zeitpunkt der Eröffnung kennen die Betreiber des Indoor-Spielplatzes noch nicht: «Es kommt ganz drauf an, wie die Bauarbeiten laufen.» Lange dauert es nicht mehr: Schirmer rechnet damit, die neue Spielhalle innerhalb des nächsten Monats zu eröffnen. Einen riesigen Ansturm erwartet er zu Beginn nicht: «Neue Besucher tasten sich langsam vor.» So habe es auch bei der Eröffnung vor acht Jahren eine Weile gedauert, bis die Spielanlage einen bestimmten Bekanntheitsgrad erreicht habe.