Erstmals mit Straubenzell

Die Traktanden schlugen keine hohen Wellen, und trotzdem wird die Versammlung der Ortsbürgergemeinden in die Annalen eingehen. Der Grund: Die Inkorporation Straubenzells.

Claudia Schmid
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Die Ortsbürger versammelten sich in der Kirche St. Laurenzen. Viele Straubenzeller füllten die Reihen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Ortsbürger versammelten sich in der Kirche St. Laurenzen. Viele Straubenzeller füllten die Reihen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Am Montagabend begrüsste Bürgerpräsident Arno Noger 398 stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger in der Kirche St. Laurenzen. Damit sei die Zahl rasant gestiegen, denn an der letzten Versammlung seien noch 225 Stimmzettel gezählt worden, betonte er. Die Erklärung für den Grossaufmarsch liegt in der Inkorporation Straubenzells: Anfang 2015 haben die Straubenzellerinnen und Straubenzeller das Bürgerrecht der Ortsbürgergemeinde St. Gallen erlangt.

Grussworte des Stadtrats

Zur historischen Bürgerversammlung war auch der Stadtrat fast vollzählig erschienen. Nino Cozzio, Vorsteher der Direktion Soziales und Sicherheit, überbrachte Grussworte. Er würdigte die Leistung der Ortsbürgergemeinden aus persönlicher und beruflicher Sicht. Als sich seine Familie mit italienischen Wurzeln vor 50 Jahren eingebürgert habe, sei er zum Straubenzeller geworden. Heute nun sei er nicht minder stolzer Bürger der Ortsgemeinde St. Gallen.

Die Strukturen hätten sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt und deshalb hätten die Straubenzellerinnen und Straubenzeller trotz leichter Wehmut mit Überzeugung der Inkorporation zugestimmt. Die Ortsbürgergemeinden seien für die Stadt St. Gallen wichtige Partner. «Sie erbringen seit jeher grosse Leistungen. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar», betonte Nino Cozzio.

Arno Noger machte zum Geschäftsbericht 2014 mehrere Ausführungen. So berichtete er, dass die Seniorenheime eine hohe Auslastung aufweisen. Im Seniorenwohnsitz Singenberg und im Altersheim seien gute Ergebnisse zu verzeichnen, während das Pflegeheim ein kleines Defizit erwirtschaftet habe. Im Singenberg sei der Einbau des Bettenlifts abgeschlossen und der Startschuss für den Ergänzungsbau gefallen. Die Geriatrische Klinik wies mit 30 796 Pflegetagen eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr aus. Im Historischen und Völkerkundemuseum seien weitere Teile der neuen Dauerausstellungen eröffnet worden, sagte Noger. Zudem habe die Forschungsstelle der Vadianischen Sammlung ihre Tätigkeit gestartet.

Der Forstbetrieb habe ebenfalls gute Ergebnisse geliefert und die Stadtsäge trotz schwieriger Lage in der Holzbranche den Umsatz gesteigert.

Den Traktanden zugestimmt

Die Bürgerversammlung stimmte sämtlichen Anträgen des Bürgerrats einstimmig oder mit vereinzelten Gegenstimmen zu. So resultierte auch ein Ja zur Übertragung der vier ortsbürgerlichen Fonds (Alter, Bildung, Kultur und Natur) in die Stiftung der Ortsbürgergemeinde und zum Wechsel zur Budgetgemeinde. Damit wird es nun jährlich zwei Versammlungen geben. Im Frühling wird sie weiterhin in der Kirche St. Laurenzen stattfinden.

Die Budgetversammlung im Dezember wird ihren Austragungsort laut Arno Noger an der Universität St. Gallen haben.

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