Erstes Fazit vom St.Gallen Symposium

ST.GALLEN. Grosse Unternehmen sind nicht innovativer als kleine. Dies ist das Fazit einer Diskussionsrunde mit den Chefs von ABB, Novartis, Swatch und Singapore Airlines am 45. St.Gallen Symposium vom Donnerstag.

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Innovation ist kein Alleinstellungsmerkmal kleiner Firmen. (Bild: Urs Bucher)

Innovation ist kein Alleinstellungsmerkmal kleiner Firmen. (Bild: Urs Bucher)

Auch eine online-Umfrage, an der sich das Publikum während der Podiumsdiskussion beteiligen konnte, sieht kleine Unternehmen im Vorteil. 67 Prozent der Zuhörer glauben, dass Startups und kleine Firmen mehr bahnbrechende Neuerungen erfinden als grosse Konzerne.

"Wir sind ein grosses Unternehmen in einem kleinen Land, in welchem es keine Inlandflüge gibt", sagte Stephen Lee, Chef von Singapore Airlines (SIA), über die Innovationsfähigkeit von grossen Unternehmen. Der kleine inländische Markt habe die SIA schon immer gezwungen, innovativ zu sein.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann im Gespräch mit Joseph Muscat, Premierminister von Malta. (Bild: Urs Bucher)
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Zwischenverpflegung am Symposium St.Gallen 2015. (Bild: Urs Bucher)
Handy-Pause. (Bild: Urs Bucher)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann bei seiner Rede. (Bild: Urs Bucher)
Symposium St. Gallen 2015: Panel Podium mit Lord Griffiths of Fforestfach, Joseph Muscat, Sigmundur Daviš Gunnlaugsson, Hanna Tetteh und Jack Markell (von links) (Bild: Urs Bucher)
Panel Podium mit Lord Griffiths of Fforestfach, Joseph Muscat, Sigmundur Davis Gunnlaugsson, Hanna Tetteh und Jack Markell (von links). (Bild: Urs Bucher)
Bruno Frey, von der Uni Zürich. (Bild: Urs Bucher)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit Peter Voser und Joseph Muscat in den Zuschauerreihen. (Bild: Urs Bucher)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird von Karin Keller-Sutter begrüsst. (Bild: Urs Bucher)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann (Bild: Urs Bucher)
Ulrich Spiesshofer (ABB) und Nick Hayek (Swatch) (Bild: Urs Bucher)
Nick Hayek von Swatch. (Bild: Urs Bucher)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann bei seiner Rede. (Bild: Urs Bucher)
Wichtige Anrufe am St.Gallen Symposium. (Bild: Urs Bucher)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann im Gespräch mit Joseph Muscat, Premierminister von Malta. (Bild: Urs Bucher)

Bundesrat Johann Schneider-Ammann im Gespräch mit Joseph Muscat, Premierminister von Malta. (Bild: Urs Bucher)

Durch die Grösse des Unternehmens gebe es mehr Reibungsverluste zwischen den einzelnen Abteilungen. Um nah am Kunden zu sein, habe die Fluggesellschaft ihren Kundendienst dezentralisiert. "Die meisten Verbesserungsvorschläge kommen von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", sagte Lee.

Bei der Entwicklung arbeite die SIA mit kleinen Teams und suche die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen. Zum Beispiel sei die First Class dank dem Knowhow einer auf Yacht-Design spezialisierten Firma modernisiert worden.

Jede Marke mit eigenem Marketing
Die Swatch Gruppe sei ein grosses Unternehmen mit flachen Hierarchien, sagte Nick Hayek: "Wir sind wie eine Familie und haben menschliche Strukturen." Dass Kreativität gefragt sei, zeige sich auch bei fehlenden Kleidervorschriften, scherzte der Chef des Uhrenkonzerns, der als einziger in Jeans und Pullover auf dem Podium sass und mit seinen Spässen über Anzugträger für viel Heiterkeit sorgte.

Das Unternehmen sei gross, delegiere die Macht aber an die Abteilungen in verschiedenen Ländern. "Die 18 Marken der Swatch-Gruppe unterscheiden sich stark, deshalb braucht jede ein eigenes Marketing", sagte Hayek.

Das Recht auf Scheitern
Ulrich Spiesshofer, Konzernchef der ABB, sieht sein Unternehmen als Verband kleiner Startup-Unternehmen. Dieses fördere kreative Angestellte und entlöhne sie gut, auch wenn sie noch jung seien. Wenn wir merken, dass ein langjähriger Manager im Hamsterrad tritt, versuchen wir ihn da raus zu holen", sagte Spiesshofer.

Eine Startup-Unternehmerin aus dem Plenum wollte wissen, ob es auch bei grossen Firmen ein Recht auf Scheitern gebe. Ohne Misserfolge gäbe keine Innovation, sagte Jörg Reinhardt, Chef von Novartis: "Ein Pharmakonzern muss Misserfolg aber früh erkennen und solche Projekte früh stoppen. Sonst wird es extrem teuer." (sda)

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