Erster Platz mit Kurzfilm

Die junge St. Gallerin Nadia Studer gewinnt mit ihrem Kurzfilm für die Aktion «40 Tage ohne» den ersten Platz. Nun macht die angehende Grafikerin bei der Fastenaktion gleich selber mit.

Alessia Pagani
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Bevor es an die Umsetzung in einem Videoclip ging, musste Nadia Studer zuerst Ideen sammeln und skizzieren. (Bild: Ralph Ribi)

Bevor es an die Umsetzung in einem Videoclip ging, musste Nadia Studer zuerst Ideen sammeln und skizzieren. (Bild: Ralph Ribi)

Nach der Fasnachtszeit kommt die Fastenzeit. Die 40 Tage bis Ostern soll als Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christen gebetet und gefastet werden. Das Verzichten auf etwas uns Geliebtes ist nicht immer einfach. Das weiss auch Nadia Studer. Die 23-Jährige macht in diesem Jahr bei der Aktion «40 Tage ohne» der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen mit.

Vielfältiges Verzichten

Nadia Studer versucht in dieser Zeitspanne auf Süsses zu verzichten. «Ich muss mich daran gewöhnen, dass nun auch der Zucker im Kaffee tabu ist. Das ist eine Herausforderung.» Aber für Studer trotzdem weniger schlimm, als auf ihr Handy zu verzichten. «Das könnte ich nicht beiseite legen.» Sie hat vor der Aktion mit einer Freundin diskutiert. Sich vegan ernähren wäre auch eine interessante Option gewesen. «Da ich viel unterwegs bin, würde das die vegane Ernährung zusätzlich erschweren. Im ersten Jahr mache ich es mir noch nicht ganz so schwer.»

Gewohntes Arbeiten

Studer hat eine ganz besondere Beziehung zum Projekt «40 Tage ohne». In einer Projektarbeit der Schule für Gestaltung in St. Gallen hat die junge Frau die Visualisierung dafür umgesetzt. An mehreren Schulnachmittagen und in ihrer Freizeit haben sie und ihre Klassenkameraden illustriert, geschrieben und fotografiert. «Wir sind uns schon gewohnt, solche Sachen zu machen, und helfen uns daher gegenseitig.» Entstanden sind die unterschiedlichsten Kurzfilme. Im zehn Sekunden langen Clip von Studer sind ein Fast-Food-Burger und eine Zigarette genauso zu sehen wie eine Kaffeetasse. Zum Schluss erscheint die Frage «Worauf verzichtest du?».

Studer ist stolz, dass ihr Clip von einer internen Jury zum Siegerfilm ernannt worden ist und in den Verkehrsbussen in St. Gallen gezeigt wird. «Das ist erst das zweite Mal, dass eine Arbeit von mir im öffentlichen Raum präsentiert wird.» Leider sei ihr Name nirgends vermerkt. Das gehöre halt einfach zum Beruf der Grafikerin dazu, sagt Studer. «Aber Ruhm und Ehre auf Facebook sind mir sicher, das freut mich.»

Umsetzung schwierig

Bei der Umsetzung des Auftrages habe sie keine Rücksicht auf den Kunden genommen, sondern einfach gemacht, was sie sich vorgestellt habe, erklärt die angehende Grafikerin, die im Pinax in Kreuzlingen die Lehre absolviert. «Die Idee hatte ich schnell, nur bei der Umsetzung scheiterte ich zu Beginn.» Ein Lehrer gab Studer schliesslich den notwendigen Tip, mit zwei Farben zu arbeiten. «Und plötzlich war meine Idee umsetzbar.»

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