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ERSATZWAHLEN: Namen, Gerüchte und eine ganze Wunschliste

Heute Abend präsentiert die CVP ihre Kandidatur für das Stadtpräsidium. Welchen Kandidaten zieht die SVP aus dem Hut? Und welche Rolle übernimmt die Flig? Die Spannung zu den bevorstehenden Wahlen im November nimmt zu.
Wer wünscht sich das Rathaus als Arbeitsplatz? (Bild: Urs Bucher)

Wer wünscht sich das Rathaus als Arbeitsplatz? (Bild: Urs Bucher)

Heute Abend wird man in Gossau ein ganzes Stück schlauer sein: An der Nominationsversammlung der CVP wird die erste Kandidatin oder der erste Kandidat fürs Stadtpräsidium offiziell ins Rennen geschickt. Bislang kursierten Namen für die am 26. November stattfindenden Ersatzwahlen fürs Stadtpräsidium sowie einen Sitz im Stadtrat erst gerüchtehalber.

Ein jüngeres Beispiel war in der GoZ zu lesen: Angeblich soll ein Gemeindepräsident aus einem Nachbardorf Interesse an der Position des Stadtpräsidenten hegen. Der momentan Parteilose soll von einer konservativen Gossauer Partei portiert werden. «Konservative Partei», damit dürfte die die SVP gemeint sein. Denn die CVP hat wahrscheinlich andere Pläne und steigt heute Abend möglicherweise mit einem Unternehmer ins Rennen. Schon seit längerem wird der Name Daniel Lehmann genannt. Der Inhaber der Lehmann AG in Arnegg liess gestern verlauten, dass er den Familienbetrieb in andere Hände gibt. Dass der erst 50-jährige Unternehmer einen solchen Schritt macht, erstaunt nicht nur, es verhärtet auch die Vermutung, dass er der CVP-Kandidat sein wird. Hinzu kommt, dass für die Kommunikation die St. Galler Werbeagentur Alea Iacta eingespannt wurde, die notabene als CVP-Agentur gilt. Daniel Lehmann gab gestern auf Anfrage zur Übergabe seiner Firma Auskunft. Von einem allfälligen Zusammenhang mit der Nominationsversammlung sagte er – wie zu erwarten war – nichts.

Die Flig befragt Mitglieder und mögliche Kandidaten

Hinter den Kulissen ist also einiges in Gang. Auch die Flig beschäftigt die Wahlen. Die Stadtpartei interessiert hingegen mehr die Wahl eines Stadtrates als Nachfolger für Stefan Lenherr, weil die Partei keinen Anspruch aufs Stadtpräsidium erhebt. Gespräche mit möglichen Stadtratskandidaten würden geführt, sagt Parteipräsident Alfred Zahner auf Anfrage. Sollte jemand gefunden werden, werde die Flig ebenfalls ins Rennen steigen.

Die Parteileitung will laut Zahner aber nicht alleine bestimmen, wer kandidieren soll. Darum habe man unter Parteimitgliedern kürzlich eine Umfrage durchgeführt. An dieser haben sich die Flig-Mitglieder rege beteiligt, die Rücklaufquote sei «hocherfreulich», sagt Zahner. Insgesamt haben 44 Parteimitglieder die Fragen beantwortet. «Eine Rücklaufquote von weit über 50 Prozent», freut sich Zahner.

Mit der Umfrage konnten die Parteimitglieder ihre Anforderungen an einen potenziellen Stadtrat äussern. Eine Mehrheit erwartet zum Beispiel eine gewisse politische Erfahrung der Kandidatin oder des Kandidaten. Fast 60 Prozent der Befragten verlangen Erfahrung als Vorstandsmitglied in einer Partei oder in einer Behörde. Langjährige politische Erfahrung erwarten nur etwa 12 Prozent, wohingegen rund 30 Prozent derartige Erfahrungen gar nicht als nötig erachten.

Kritikfähig und sozial, aber nicht zwingend ein Gossauer

Beim beruflichen Hintergrund haben die Flig-Mitglieder klare Vorstellungen: Sämtliche Befragten wünschen Führungserfahrung aus der bisherigen beruflichen Tätigkeit. Für knapp 30 Prozent ist zudem eine berufliche Tätigkeit in der Baubranche unerlässlich. Ob Lenherrs Nachfolgerin oder Nachfolger für die öffentliche Hand oder in der Privatwirtschaft tätig war, spielt circa 85 Prozent keine Rolle.

Offen zeigen sich die Flig-Mitglieder zur Herkunft des Kandidaten. Nur einer der Befragten verlangt, dass der nächste Stadtrat in Gossau aufgewachsen sein muss. Über 40 Prozent verlangen eine Mindestwohndauer von fünf Jahren. Und was für den in der GoZ erwähnten Gemeindepräsidenten ein gutes Zeichen sein dürfte: Fast 50 Prozent haben geantwortet, dass sie auch einen auswärtigen Anwärter wählen würden. Zuletzt wurden die Parteimitglieder zur Fähigkeiten eines neuen Stadtrats befragt. Am meisten gefragt sind Kritik- und Konsensfähigkeit. Ebenso soll die Kandidatin oder der Kandidat verantwortungsbewusst sein, entscheiden können, ein Verständnis für politische Prozesse haben und natürlich hohe soziale Kompetenzen aufweisen.

Sebastian Schneider

sebastian.schneider

@tagblatt.ch

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