ERSATZWAHLEN: Die CVP will einen Macher

Daniel Lehmann aus Arnegg steigt für die CVP Gossau-Arnegg ins Rennen um das Stadtpräsidium. Ob die Partei auch einen neuen Stadtrat will, weiss sie noch nicht.

Sebastian Schneider
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Sebastian Schneider

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@tagblatt.ch

Die Nominationsversammlung der CVP Gossau-Arnegg dauerte nicht lange. In den Sitzreihen im «Braustöbli» des Restaurants Freihof gab es am Mittwochabend auch keine kritischen Worte oder argwöhnischen Voten an die Adresse des Kandidaten, der von der Parteileitung als Stadtpräsidentkandidat vorgeschlagen worden war. Daniel Lehmann aus Arnegg wurde dann auch ohne Gegenstimme und nur mit einer Enthaltung von den Delegierten gewählt. Mit einem Unternehmer, der in Arnegg aufgewachsen ist, hat die Gossauer CVP einen aussichtsreichen Kandidaten für die Ersatzwahlen am 26. November auf den Schild gehoben.

Der Unternehmer will machen und umsetzen

Die Partei hatte den Namen Daniel Lehmann bis zur Bekanntgabe vor den 36 erschienenen Delegierten geheim gehalten. Obschon spätestens einen Tag zuvor doch ziemlich naheliegend war, dass Lehmann Stadtpräsident werden will. Per Medienmitteilung liess der 50-Jährige nämlich verlauten, dass er seine Firma, die Lehmann AG, der Koster AG Holzwelten übergibt.

Als Unternehmer habe er natürlich Macherqualitäten, sagte bei der Vorstellung Elmar Hardegger, Präsident der Ortspartei. Bevor der Protagonist das Stübli für die Wahl verliess, hatte er die Gelegenheit bekommen, sich selber vorzustellen und seine Qualitäten hervorzuheben. Er stellte sich als «Umsetzer» und «Macher» vor. Einer, der die Ideen aufnehme und die zahlreichen Projekte, die in der Pipeline sind, auch realisiere. Ein Mitglied fragte fast schon mahnend, ob Lehmann nicht Angst habe, dass er in der Politik ausgebremst werde und dass er seine Durchsetzungskraft und seine Power wegen der teils mühseligen Prozesse verlöre. Der zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewählte Lehmann entgegnete, er sei sich sehr wohl bewusst, dass er nicht einfach alleine bestimmen könne. Erstens kenne er dank ehrenamtlicher politischer Arbeit die Prozesse auf der Verwaltung gut. Und zudem: «Auch als Unternehmer kannst nicht einfach alleine entscheiden, auch in diesem Umfeld muss man verschiedenen Anspruchsgruppen genügen und einen Konsens finden.»

Begeisterung zum einen, Unsicherheit zum anderen

So sicher die CVP-Vertreter sich bei der Kandidatur Daniel Lehmanns waren, so unsicher waren sie bei der Frage, ob die grösste Partei in Gossau auch um den freien Sitz im Stadtrat kämpfen soll. Der Vorstand sei noch auf der Suche, sagte Präsident Hardegger. Einige Mitglieder bekundeten für eine zweite Kandidatur aber Skepsis und hätten lieber, wenn man sich ausschliesslich aufs Stadtpräsidium konzentrierte. Ein Mitglied brachte den Antrag durch, dass eine zweite Nominationsversammlung durchgeführt wird, falls der Vorstand einen Kandidaten für den Stadtrat findet. Eine klare Strategie wurde indes nicht definiert. Und so hiess es am Abend einfach: «Jetzt sind wir gespannt, was die anderen Parteien machen.»