Ersatzwahl in die St. Galler Stadtregierung vom 26. November: Eine urbane Frau, ein führungserfahrener «Tenor» und ein feiner Schweizer Demokrat

«Dann waren es plötzlich drei», Ausgabe vom 29. September

Albert Nufer
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Sonja Lüthi in den Stadtrat! Ja sicher, weil sie aus dem Stadt- und Kantonsparlament Erfahrungen mitbringt und die Abläufe im Politikbetrieb kennt. Als Dr. oec. HSG und mit Lehrerdiplom Sekundarstufe 2 ist sie gut ausgebildet. Zudem leistet sie in vielen Vereinen und Genossenschaften Freiwilligenarbeit. In den leicht überalterten Stadtrat brächte eine junge Mutter sicher neue Impulse und ein gutes Betriebsklima. Drum wähle ich Sonja Lüthi am Wochenende in die St. Galler Stadtregierung.

Albert Nufer

Postfach 405, 9004 St. Gallen

Die Wählerinnen und Wähler können bei der Neubesetzung des vakanten Stadtratssitzes zwischen zwei Kandidaturen entscheiden. Soll der Entscheid nach der Geschlechterfrage gefällt werden? Ist die Parteizugehörigkeit der Gradmesser? Soll die bisherige berufliche Tätigkeit entscheidend sein? Oder ist der politische Leistungsausweis ausschlaggebend? Letztlich ist es eine Mischung verschiedener Punkte. Ein für mich entscheidendes Kriterium für die richtige Wahl wurde bisher nur am Rande erwähnt. Es ist die Führungskompetenz. In einem Gremium von fünf Personen, welche die Geschicke der Stadt mit ihren 80000 Einwohnerinnen und Einwohnern lenken sollen, ist Führung gefragt. Bei einer nüchternen Beurteilung bin ich zum Schluss gekommen, dass die Kandidatur von Sonja Lüthi zwar sympathisch ist, ihr Leistungsausweis in Sachen Führungskompetenz im Moment aber noch nicht reicht. Zwar ist sie bei ihrem Arbeitgeber zusammen mit drei Personen mit dem Aufbau einer Abteilung beschäftigt, aber weitere Führungserfahrung fehlt. Das genügt meiner Meinung nach für den Stadtrat nicht. Anders Boris Tschirky: Er bringt schon aus seiner Tätigkeit als Tourismusdirektor praktische Führungserfahrung mit und beweist auch heute als Gemeindepräsident Führungskompetenz. Für mich ist nicht nur, aber auch aufgrund dieser Überlegungen Boris Tschirky am 26. November die richtige Wahl.

Christoph Solenthaler

Präsident HEV Stadt St. Gallen

Moosburg, 9200 Gossau

Über eines sind sich im aktuellen Stadtratswahlkampf alle einig: Die zur Wahl stehende Kandidatin und der Kandidat sind sich inhaltlich gesehen sehr nahe. Exekutivwahlen sind stets Persönlichkeitswahlen. In dem Fall ist die Persönlichkeit stärker zu gewichten als üblich. Die Unterschiede sind auf den ersten Blick ersichtlich. Boris Tschirky, eine erfahrene Führungsperson, die vom Moderator einer Podiumsdiskussion in Anlehnung an gewisse Musiker als «Rampensau» bezeichnet wird, verkörpert die alte Garde und den Klischeepolitiker. Wahrscheinlich schreibt der Leiter der «Tagblatt»-Stadtredaktion deshalb vom Tenor, den St. Gallen jetzt brauche.

Tatsächlich braucht St. Gallen aber keine lauten Worte, sondern Taten. So verkörpert Sonja Lüthi in meinen Augen um einiges besser, wie sich St. Gallen zu entwickeln hat. Ihre Lösungen sind zukunftsorientiert, nachhaltig und innovativ. Sie selbst tritt selbstbewusst und stark auf und wirkt dabei dennoch bescheiden. Im Vergleich zum Kandidaten aus dem Rheintal kennt sie auch die Probleme der St. Gallerinnen und St. Galler aus eigener Erfahrung. Wenn sie etwa vor versammelter Menge betont, dass sie den Jungen in der Stadt berufliche Perspektiven schaffen möchte, klingt dies um einiges authentischer, als wenn ihr Kontrahent in diesem Punkt zustimmt. Die Tatsache, dass sie eine der wenigen HSG-Doktorandinnen ist, die unserer Stadt treu geblieben sind, verschafft Sonja Lüthi zusätzliche Glaubwürdigkeit. Die Persönlichkeit entscheidet klar für Lüthi, darüber ist sich die Mehrheit der Jungen einig.

Andrin Monstein

St.-Georgen-Str. 100b, 9011 St. Gallen

Ein Experiment: Man stelle sich den St. Galler Stadtrat nur mit Frauen besetzt vor – kein einziger männlicher Repräsentant. Spannend, nicht wahr, was das in einem wachrufen kann. Fühlen sich die 50 Prozent Männer der Stadtbevölkerung gleichberechtigt vertreten, gehört, wertgeschätzt und ernst genommen in ihren täglichen Leistungen und Beiträgen zum guten Gelingen des Ganzen? Würden wir nicht sofort einen männlichen Stadtrat dazuwählen? Weshalb ist es also gerechtfertigt, nur eine Frau im fünfköpfigen Männerrat sitzen zu haben?

Die CVP will mit 20 Prozent Stimmenanteil ihren Stadtratssitz verteidigen; sie versteht dies als ihr Anrecht. Und was ist mit dem Anrecht der 50 Prozent Frauen in der Stadt auf eine Vertretung in der Regierung? Zumal die Grossleistung der Kindererziehung noch immer wesentlich von den Müttern und Frauen, meist in Teilzeitarbeit, geleistet wird.

Was zählt nun wirklich? Ich habe Sonja Lüthi erfrischend, klar, weiblich kompetent, vielseitig interessiert und zukunftsorientiert gehört und erlebt. Sie wird eine Stadträtin, die authentisch ist, das auch lebt, was sie sagt, und damit jungen frischen Wind mitbringt, der notwendig ist.

Romana Augustin

Rosenfeldstrasse 8, 9000 St. Gallen

Die Stadtratswahl wird als Richtungswahl apostrophiert. Aus den Gesichtern auf den Plakaten sind die bürgerlichen Befürchtung mit Händen zu greifen: Langsamverkehr, Staumanagement und sonstige Ungeheuerlichkeiten werden über die Stadt herfallen. Dafür soll ein erfahrener «Tenor» aus einer beschaulichen Nachbargemeinde die Kohlen für die städtische CVP aus dem Feuer holen. Ein Agglomerationspolitiker par excellence, im Kantonsrat und als Gemeindepräsident. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass die Stadt seit Jahren gegen diese Art von Politik im Kantonsrat anrennt. Ihre Entwicklung wird dadurch massiv gebremst. Ob der CVP-Kandidat den Rollenwechsel schaffen wird? Wird er sich als Stadtrat ebenso mit viel Herzblut (und laut) für die Abgeltung von Zentrumslasten, Kultur oder für weniger Verkehr auf den durch Pendler verstopften Stadtachsen wehren? Wenn ich seine Positionen pointiert zusammenfasse: mehr Blech, Luftverunreinigung und Lärm in der Stadt dank der Mobilitäts-Initiative, Anknabbern des grünen Rings an bester Wohnlage für gute Steuerzahler und dann noch der grosse Wurf mit Überdachung, Hochhäusern und noch mehr Pendlerverkehr in der Talsohle zu St. Fiden. Sind das tatsächlich die drängendsten Anliegen unserer Stadt?

Bei Sonja Lüthi bestehen keine Zweifel über ihr urbanes Profil. Ich weiss aufgrund ihres Leistungsausweises und aus persönlichen Begegnungen, dass ich als Bürger der Stadt ernst genommen werde und an erster Stelle komme. Eine Wahl von Sonja Lüthi ist gerade nicht richtungsweisend, sie ist nämlich das passgenaue Bindeglied und eine intelligente Brückenbauerin zwischen den Polen im Stadtrat und Stadtparlament. Sie steht für eine moderne und urbane Politik: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, prosperierende Quartiere, sensibler Umgang mit historischen Bauten und mit öffentlichen Freiräumen.

Reto Schmid

Notkerstrasse 13, 9000 St. Gallen

Es ist also Roland Uhler, der sich neben Boris Tschirky (CVP) und Sonja Lüthi (GLP) als dritter Kandidat für die Nachfolge des kürzlich verstorbenen Stadtrats Nino Cozzio aufstellen lässt. Uhler hatte schon immer Mut und Courage. Er ist ein feiner Typ, ein Kumpel, höflich, offen und ehrlich. Der ehemalige Armee-Küchenchef-Unteroffizier tritt freilich aus taktischen Gründen zum Wahlkampf an. Er weiss um seine geringen Chancen, gewählt zu werden.

Die Schweizer Demokraten (SD), vormals Nationale Aktion (NA), sind und waren quer durch die ganze Politlandschaft verpönt. Sie wurden ignoriert und auch gerne einmal in die Nazi-Ecke geschubst. Hätte man ihnen stattdessen Gehör geschenkt, wären – als Beispiel – die Grünen überflüssig gewesen. Was die SD auszeichnet, ist ihre standhafte Politik. Das sind keine Wetterfahren. Bei ihnen geht es immer um die Sache.

Leider beschäftigt sich heute die Politik mit viel unnötigem Kram. Damit wird bewusst von Geschäften abgelenkt, die dringend und prioritär an die Hand genommen werden müssten. Doch wer will schon heisse Eisen anpacken und Nägel mit Köpfen machen? Durch unsere Kuscheljustiz sind auch der Polizei die Hände gebunden, und härteres Durchgreifen wird verhindert. Wir sind ja schon so weit, dass Opfer zu Tätern gemacht werden.

Das Feuer der Schweizer Demokraten lodert zwar nicht immer, doch es mottet weiter. Nicht, dass Schweizer Demokraten unbedingt bessere Menschen wären, aber die Standhaftigkeit ihrer Politik ergibt nicht zuletzt einen Draht nach oben zu Gott, dem Allmächtigen. Ende gut, alles gut!

Paul Buob

Freiestrasse 35, 8580 Amriswil