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Ernte verfault im Regen

Der anhaltende Regen lässt Obst, Gemüse und Getreide verfaulen. Der Boden ist voll mit Wasser und erschwert oder verhindert die Bewirtschaftung. Bauern aus der Region müssen mit Verlusten rechnen.
Jonas Manser
Etwa 20 Prozent der Erdbeeren sind faul: Roman Schildknechts Bruder Cornel auf dem Erdbeerenfeld in Beggetwil, Mörschwil. (Bild: Ralph Ribi)

Etwa 20 Prozent der Erdbeeren sind faul: Roman Schildknechts Bruder Cornel auf dem Erdbeerenfeld in Beggetwil, Mörschwil. (Bild: Ralph Ribi)

Die Nässe macht es den Bauern nicht einfach. Obstbauer Roman Schildknecht aus Mörschwil rechnet mit grossen Einbussen. Und er ist nicht alleine. Die Bauern der Region kämpfen wieder mit dem unberechenbaren Wetter. Letztes Jahr war es zu trocken, diesen März und April war es zu kalt. Die Bauern mussten zu allerlei ungewöhnlichen Massnahmen greifen, um Schäden in Grenzen zu halten (Tagblatt vom 29. März und 27. April). Nun regnet es. Mit dem ständigen Regen steigt auch der Krankheitsdruck, das heisst, es herrschen günstige Verhältnisse für Pilze, die die Ernte befallen. Auch die Arbeit der befragten Bauern wird erschwert. Die grössten Probleme tauchen bei Beerenobst wie bei den Freilanderdbeeren auf. Sie platzen, oder die Fäulnis sucht sie heim. In diesem Jahr geht Schildknecht davon aus, dass rund ein Fünftel seiner gesamten Erdbeeren verfaulen. Weniger Probleme hat er bei den Kirschen. Die ohnehin sehr heiklen Früchte würden jedes Jahr Probleme bereiten und sind deshalb mit einem Regendach überdeckt. «Hoffen auf Sonnenschein!», anderes könne Schildknecht für seine Erdbeeren im Moment nicht machen.

Präventive Massnahmen

Rolf Künzler, Leiter der Fachstelle Gemüsebau und Beeren im Landwirtschaftlichen Zentrum Salez, erklärte auf Anfrage, dass bei Anlagen, welche nicht genügend geschützt sind, ein Ernteverlust von bis zu einem Drittel wahrscheinlich sei. Nachwirkend könnten keine Massnahmen unternommen werden. Präventiv hätte man gegen den starken Regen Regendächer für die Erdbeeren aufstellen können. Doch schon einfache Konstruktionen sind nicht billig. Pro Hektare ist mit Kosten von rund 100 000 Franken zu rechnen. Als teuerste Variante gibt es auch noch Gewächshäuser. Diese Investitionskosten nimmt nicht jeder Landwirt auf sich. Vor allem gemischte Betriebe, deren Existenz nicht von den Beeren abhängt, nehmen das Witterungsrisiko eher auf sich und bauen Erdbeeren unter freiem Himmel an. Der starke Regen beeinträchtigt nicht nur die Ernte. Der Boden ist voll mit Wasser, die Bauern können mit ihren Maschinen nicht auf die Felder fahren und sie bewirtschaften. Durch den immer wiederkehrenden Regen kann sich der Boden nicht erholen.

Bauern unter Zugzwang

Landwirt Christoph Koch aus Gossau erklärt, dass es eine dauernde Risikoabwägung sei. Gehe er mit Maschinen auf die Felder, bestehe die Möglichkeit, den jahrelang gepflegten Boden innerhalb von Stunden zu zerstören und längerfristigen Schaden anzurichten. Warte er ab, so kann er nichts Neues anpflanzen und kein Pflanzenschutzmittel versprühen. Es stiege die Gefahr, dass die Ernte verfault. Die letzten Tage seien aber besser gewesen, sagt Koch. Es gab nur vereinzelt Niederschläge.

Nicht nur die Erdbeeren

Die Bauern stehen unter Stress. Es wird jede regenfreie Minute genutzt, und die Ernte muss so schnell wie möglich vonstatten gehen. Auch der Ackerbau ist vom vielen Wasser betroffen. Andreas Zingg aus Gossau, der Mais, Getreide, Sonnenblumen, Raps und mehr anbaut, erzählt von zeitlichen Engpässen. Durch den nassen Boden konnte er bis jetzt noch keinen Mais sähen. Der andauernde Regen verkürze das Zeitfenster fürs Sähen zusehends. Der gesamte Plan gerät durcheinander. Das Heu auf den Feldern und auch das Getreide verfault. Bis jetzt halte sich der Schaden jedoch in Grenzen, sagt Zingg.

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