Erneut eine Tunnellösung

Rapperswil-Jona will das Verkehrsproblem mit einem «Stadttunnel lang» in den Griff bekommen. Das Papier wurde gestern beim Kanton deponiert.

Magnus Leibundgut
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RAPPERSWIL-JONA. Gestern fand der zweijährige Prozess «Mobilitätszukunft» sein Ende. Das Ergebnis, ein Strategie-Papier, liegt nun beim St. Galler Regierungsrat Willi Haag. Der Kanton wird aufgefordert, eine langfristige Lösung zur Entlastung der Stadt mit einem «Stadttunnel lang» zwischen Hurden und Hüllistein zu prüfen.

Mit dem Zug überbracht

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona machte sich gestern wie auf einer Schulreise mit dem Zug auf den Weg in die Kantonshauptstadt. Im Gepäck waren allerdings keine Sandwichs und Bratwürste, sondern ein Papier im Wert von einer Million Franken. So viel kostete die «Mobilitätszukunft», aus der am Ende eine Strategie erarbeitet wurde: Das Resultat eines zweijährigen Mitwirkungsprozesses, in dem kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen vorgeschlagen wurden.

Auch Toni Wachter war im Gremium dabei: Seine Idee war, den Seedamm für Lastwagen zu sperren und diese auf die Umfahrungsstrasse A53 umzuleiten. Sein Vorschlag wurde verworfen, ebenso wie derjenige von Fritz Schwenter. Der bald 80jährige Rapperswiler schlug vor, den Verkehr auf der Neuen und Alten Jonastrasse je einspurig zu führen und eine separate Busspur zu schaffen. «Diese Lösung des Verkehrsproblems wäre kostengünstig und einfach umzusetzen gewesen», meinte Schwenter. Doch ein Verkehrsexperte zerzauste seinen Vorschlag und damit wurde dieser verworfen.

«Nach dem Tunnel-Debakel im September 2011 lag der Ball bei der Stadt, mit der Übergabe der Strategie ist jetzt wieder der Kanton am Zug», sagte Stadtpräsident Erich Zoller.

Machbarkeit überprüfen

Baudirektor Willi Haag nahm das Papier dankend entgegen: «Seit ich Regierungsrat bin, beschäftige ich mich mit den Verkehrsproblemen von Rapperswil-Jona.» Er bezeichnete den Verkehrsprozess als vorbildlich. Allerdings müsse ein Tunnelprojekt genau unter die Lupe genommen werden, ob es am Schluss das Verkehrsproblem wirklich löse. Die Regierung sei nun gespannt auf den Inhalt und werde die Strategie auf Wirksamkeit und Machbarkeit überprüfen.

Der Bauchef von Rapperswil-Jona, Thomas Furrer, sagte, vielleicht habe der Mobilitätsprozess zu lange gedauert. Aber jetzt wisse man, was man wolle (keine Seebrücke und keine Seedammsperre).

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