Erfolg für Jungkult-Festival

Das Jungkult-Festival hat den kantonalen Jugendprojektwettbewerb gewonnen. Das Fest, das von vier St. Galler Jugendlichen organisiert wurde, soll ein positives Bild der Jugend vermitteln.

Andreina Thoma
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Das Organisationskomitee des Jungkult-Festivals (von links): Roger Wallier, Benjamin Trösch, Yves Weibel, Simone Meyer und Reto Schefer. (Bild: Ralph Ribi)

Das Organisationskomitee des Jungkult-Festivals (von links): Roger Wallier, Benjamin Trösch, Yves Weibel, Simone Meyer und Reto Schefer. (Bild: Ralph Ribi)

Was können wir gegen das negative Image von Jugendlichen tun, das in den Köpfen von vielen Leuten herrscht? Diese Frage stellte Roger Wallier vom Jugendsekretariat St. Gallen vor etwas mehr als einem Jahr auf seiner Facebook-Seite. Jugendliche reagierten und setzten sich in einer Arbeitsgruppe zusammen. Schliesslich entstand die Idee des Jungkult-Festivals. Ein Strassenfest, an dem junge Künstler die Möglichkeit haben, ihr Können zu präsentieren. Am 23. August dieses Jahres war es dann so weit. Jugendliche zeigten auf verschiedenen Plätzen der St. Galler Innenstadt ihr Talent in verschiedenen Sparten wie Beatboxen oder Graffitikunst.

Vielfältige Jugendkultur zeigen

Das Projekt der Jugendlichen fand Anklang. Kürzlich erreichte es beim kantonalen Jugendprojektwettbewerb den ersten Platz und qualifizierte sich somit für den interregionalen Final vom 15. November in Feldkirch (A). «Bei diesem Wettbewerb ging es darum, zu zeigen, was die Jugend draufhat. Wir verfolgten mit unserem Festival dasselbe Ziel», erklärt OK-Mitglied Simone Meyer ihren Erfolg. Die Vielfalt der Jugendkultur sollte aufgezeigt werden, sagt Wallier: «Auch das Engagement und die Leidenschaft, die die Jugendlichen in ihre Hobbies stecken, wollten wir sichtbar machen.» Das Jungkult-Festival sei eine Plattform für den Austausch zwischen Jugendlichen untereinander, aber auch zwischen Jungen und Erwachsenen.

Nicht nur jammern

Das Projekt sollte also zeigen, dass junge Leute mehr können, als nur saufen, kiffen und randalieren. Doch hat die Jugend dies überhaupt nötig? Wie steht es um ihr Selbstvertrauen? «Ich denke, so ein Festival tut der Jugend einfach gut. Aber natürlich löst es nicht alle Probleme», sagt OK-Mitglied Reto Schefer. «Es geht auch nicht darum, zu jammern. Es wird nicht nur Schlechtes über Jugendliche berichtet. Aber es ist schwierig, positiv auf sich aufmerksam zu machen», sagt OK-Mitglied Yves Weibel. Es gehöre auch dazu, dass Jugendliche hin und wieder über die Stränge schlagen, sagt Meyer: «Natürlich müssen sich die Jugendlichen ausprobieren und Grenzen austesten. Aber wir können auch Verantwortung übernehmen.»

Jetzt hofft das Team auf einen Sieg am interregionalen Final des Wettbewerbs. Was sie mit dem allfälligen Preisgeld anstellen würden, wissen die Jugendlichen jetzt schon. «Es wird in das nächste Jungkult-Festival investiert», sagen sie. Die positiven Rückmeldungen von jungen, aber auch älteren Leuten hätten gezeigt, dass das Projekt mehr als nur eine Eintagsfliege ist, sagt Schefer. Ob es wieder in der Innenstadt stattfinden wird, stehe aber noch nicht fest.

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