ERDBEERSAISON: Plan B für Erdbeerselbstpflücker

Die Frostschäden sind zu gross: Das Erdbeerselbstpflückfeld in Goldach bleibt geschlossen. Die momentane Hitze hat den Pflanzen zusätzlich zugesetzt. Die Betreiber haben jedoch eine Alternative.

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Um dem Wetter nicht ausgeliefert zu sein und um die Produktion stabil zu halten, werden die Erdbeeren von Karin Troxler zu einem grossen Teil mit Folie geschützt. (Bild: Rudolf Hirtl)

Um dem Wetter nicht ausgeliefert zu sein und um die Produktion stabil zu halten, werden die Erdbeeren von Karin Troxler zu einem grossen Teil mit Folie geschützt. (Bild: Rudolf Hirtl)

«Das wars wohl», dachte sich ­Karin Troxler, als sie Ende April die Erdbeerblüten in der Mitte schwarz statt gelb vorfand. Ihr Verdacht hat sich nun bestätigt: Das Selbstpflückfeld ist grossteils erfroren. Schuld ist der Kälte­einbruch vor einem Monat. Das schöne Wetter Anfang Frühling liess die Erdbeerpflanzen schon früh blühen. Und machte sie anfällig. «Der Kälteeinbruch ist zum schlechtesten Moment gekommen», sagt Karin Troxler vom Goldacher Beerenbetrieb.

Doch damit nicht genug: «Eine Tragödie ist die momentane Hitze.» Bei 30 Grad stelle die Erdbeerpflanze auf Sparflamme ab und bilde die Früchte nicht mehr weiter. Ausserdem sei der Boden zu trocken. «Wir kommen mit der Bewässerung kaum nach», sagt Troxler. Eine solch grossflächige Bewässerung sei zudem sehr kostspielig.

Hoffnung für Erdbeerpflücker

Doch Karin Troxler hat einen Plan B: das Ersatzfeld. «Für einen allfälligen Besucheransturm auf das Selbstpflückfeld bepflanzen wir jedes Jahr ein Ersatzfeld.» Dieses sei später bepflanzt worden als das Hauptfeld. Somit seien diese Pflanzen noch nicht so weit gewesen, wie die auf dem Selbstpflückfeld, als der Kälteeinbruch kam. Unbeschädigt blieben sie trotzdem nicht. «Die Kälte hat auch diese Pflanzen angegriffen. Wie stark, sehen wir Ende Juni», sagt Troxler. Bis dahin sollen die Erdbeeren gewachsen sein, wenn alles gut läuft. Doch schon jetzt besteht eine Gewissheit: So viele Erdbeeren wie es auf dem Selbstpflückfeld gegeben hätte, wird es nicht geben. Auf der Homepage www.erdbeeren-goldach.ch wird bekannt geben, wann und ob das Feld zur Selbstpflücke eröffnet wird. Erdbeerliebhaber müssen trotzdem nicht auf die süssen Früchte verzichten: Erdbeeren werden auf der Auen in Goldach ab Hof verkauft.

Zeigen, welch grosse Arbeit dahintersteckt

Angefangen hat alles mit einem Feld: dem Selbstpflückfeld. Mittlerweile ist der Familienbetrieb zu 20 Hektaren angewachsen. Bis zu 50 Voll- und Teilzeitmitarbeiter kümmern sich um Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren. Das Selberpflücken ist mittlerweile zur Tradition geworden. «Wirtschaftlich bringt uns die Selbstpflücke nicht viel», sagt Karin Troxler. Dies sei aber auch nicht die Hauptsache. «Wir wollen etwas bieten, was heute nicht mehr selbstverständlich ist.» Öffentlichkeitsarbeit liegt Karin Troxler am Herzen: «Wir bieten auch Führungen durch die Felder an und zeigen, was dahintersteckt.» Das Erd­beerjahr fängt für die Troxlers im April an und endet Mitte Oktober. «Wir müssen früh dran sein, um mit den günstigen Beeren aus dem Ausland mithalten zu können.»

Lisa Wickart

lisa.wickart

@tagblatt.ch

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