«Er verspürte Lust, Auto zu fahren»

Stadtpolizisten haben am Stephanstag auf der St. Leonhard-Strasse einen ungewöhnlichen «Blaufahrer» aus dem Verkehr gezogen. Am Steuer sass ein 17-Jähriger. Er hatte 1,53 Promille Alkohol intus.. Der junge Mann war im Auto seines Vaters unterwegs.

Drucken
Teilen
Dionys Widmer Mediensprecher Stadtpolizei St. Gallen (Bild: pd)

Dionys Widmer Mediensprecher Stadtpolizei St. Gallen (Bild: pd)

Stadtpolizisten haben am Stephanstag auf der St. Leonhard-Strasse einen ungewöhnlichen «Blaufahrer» aus dem Verkehr gezogen. Am Steuer sass ein 17-Jähriger. Er hatte 1,53 Promille Alkohol intus.. Der junge Mann war im Auto seines Vaters unterwegs. Auch für Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen, ist ein solcher Fall nicht alltäglich.

Hat der junge Mann einen Grund angegeben, weshalb er morgens um 4.30 Uhr mit dem Auto seines Vaters unterwegs war?

Er gab zu Protokoll, dass er nach dem Ausgang die Lust verspürt habe, Auto zu fahren. Der Jugendliche, der aus der Region Rheintal stammt, hat dann die Autoschlüssel seines Vaters entwendet und ist losgefahren. Auf der St. Leonhard-Strasse konnten wir ihn dann stoppen.

Wie häufig gibt es solch aussergewöhnlichen Fälle?

Dass Kinder ihren Eltern das Fahrzeug entwenden, kommt bei uns schätzungsweise zwei- bis fünfmal jährlich vor. Dass wir aber einen Minderjährigen mit einem Wert von 1,53 Promille im Blut anhalten, ist speziell und nicht alltäglich.

Welche Verantwortung trägt der Fahrzeughalter, wenn in solch einem Fall etwas passiert?

Wenn der Fahrzeughalter nichts von der Fahrt weiss, haftet er nicht. In diesem Fall wurde der Schlüssel vom Jugendlichen entwendet. Deswegen trägt der Vater keine Verantwortung für die Fahrt seines Sohnes.

Wie können Eltern solche Strolchenfahrten verhindern?

Das ist natürlich schwierig. Wir empfehlen jedoch, dass die Eltern ihre Kinder präventiv aufklären. Vor allem darüber, was alles passieren kann. Die Last, die man mit sich trägt, wenn etwas geschieht, ist nicht zu unterschätzen. Zudem raten wir den Eltern, keine Anreize zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise Probefahrten im elterlichen Fahrzeug auf dem Parkplatz.

Erinnern Sie sich an einen ähnlich kuriosen Fall?

Ja. Im Jahr 2011 haben wir auf der Demutstrasse ein 15jähriges Mädchen aus dem Verkehr gezogen. Auch sie war mit dem Auto des Vaters unterwegs. Weil am Fahrzeug keine Kontrollschilder angebracht waren, hat das Mädchen kurzerhand selbst welche aus Papier gebastelt. Die selbstgemachten Kontrollschilder stachen den Polizisten natürlich sofort ins Auge. (ibr)

Aktuelle Nachrichten