Er nahm es selber in die Hand

Arbon Ohne Bewilligung hat der Betreiber des «Roten Kreuzes» eine Pergola erstellt. Das geht so nicht, befindet der Stadtrat.

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Die Pergola in der Gartenwirtschaft. Bild: Max Eichenberger

Die Pergola in der Gartenwirtschaft. Bild: Max Eichenberger

Mit Kosten von 100000 Franken hat Gionatan Capuano im März im Gartenrestaurant des «Roten Kreuzes» am Quai die Anlage erstellt. «Diese Schutzvorrichtung erleichtert uns den Betrieb. Wir haben keinen Stress, wenn ein Platzregen kommt.» Auch Passanten hätten darunter schon etliche Male Zuflucht gefunden. Die Krux: Der Betreiber hat es unterlassen, dafür ein Baugesuch einzureichen. Und bekommt jetzt Probleme. Angeblich – so sagt es Capuano zumindest – habe er nicht gewusst, dass dies nötig sei. Und verweist auf das Beispiel der Stadt. Diese habe selber auf dem Hafendamm, in der öffentlichen Zone, einen Gastro-Pavillon für einen Dritten erstellen wollen. Und eine Bauauflage dann erst später veranlasst.

«In dieser Zone darf man nichts bauen»

Ende März standen beim «Roten Kreuz» schon die Pergolas. Eineinhalb Monate später erst habe ihm die Stadt schriftlich mitgeteilt, dass solche Bauten ohne Bewilligung nicht erstellt werden dürfen. Ein Gesuch hat Capuano inzwischen eingereicht. Die Bauzone beim «Roten Kreuz» ist überlagert von einer Grün- und Erholungszone. «In dieser Zone darf man nichts bauen», sagt Stadtrat Peter Gubser, zuständig für das Ressort Bau. Das lege das Baurecht nahe. Unzulässig sei es ohnehin, Bauten ohne Gesuch hinzustellen: «Eine solche Wildheuerei können wir nicht akzeptieren.» Derzeit liegt das nachgereichte Baugesuch öffentlich auf. Der Stadtrat werde es nach den Sommerferien behandeln. Einem Stadtratsentscheid könne er nicht vorgreifen, sagt Gubser. Klar sei: Ein solches Vorgehen dürfe nicht Schule machen. Ebenso klar sei: Falls das Gesuch abgelehnt wird, müsste der Ersteller die Anlagen zurückbauen. Capuanos Anwälte halten im Baugesuch fest, dass sich die gewählte Konstruktion «harmonisch in die bestehende Umgebung eingliedert». Unter den Kastanienbäumen sei die Anlage «kaum sichtbar»; auch falle sie durch die Farbgestaltung kaum auf. Dass man jetzt ein Drama darum mache, kann Capuano nicht nachvollziehen. Erwarten würde er, dass man gastromischen und speziell touristischen Betrieben Sorge trage. Dreimal habe er der Stadt schon Anliegen unterbreitet, aber keine Antwort bekommen. Allerdings nicht im aktuellen Fall. Erfahrungen lehrten ihn: Man müsse die Sache selber in die Hand nehmen, «sonst funktioniert nichts». (me)