Er lässt seiner Phantasie freien Lauf

Seit 35 Jahren schreibt der Journalist Peter Beerli Alltagsgeschichten, um im Leben die Balance zu finden. Am Sonntag liest er im Kunstraum Rorschach Auszüge aus seinem ersten Buch «…und flogst davon».

Valentin Schneeberger
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Peter Beerli am Hafenbahnhof in Rorschach. (Bild: Valentin Schneeberger)

Peter Beerli am Hafenbahnhof in Rorschach. (Bild: Valentin Schneeberger)

RORSCHACH. Die Texte, die Peter Beerli schreibt, lassen auf einen besonders feinfühligen Beobachter schliessen. Diese Eigenschaft kommt nicht nur in seiner Tätigkeit als Journalist für die Rorschacher Ausgabe des Tagblatts zur Geltung. Auch in seiner Arbeit als Geschichtenschreiber und Lyriker zeigt der 71-Jährige aus Mörschwil, dass er ein Auge für die kleinen Dinge im Leben hat. Für jene Dinge, die für andere oft im Verborgenen bleiben. In seinem ersten Buch «…und flogst davon» finden sich nun über 30 Texte aus seinem langjährigen Schaffen.

Eine Geschichte pro Woche

«Es vergeht keine Woche, in der ich nicht mindestens eine Geschichte schreibe», sagt Peter Beerli. Einige würden zwar sofort wieder im Papierkorb landen, die meisten aber behalte er. Seit 35 Jahren sind Stift und Papier seine treuen Begleiter. Das Schreiben hilft ihm dabei, im Leben die Balance zu finden. Dass er nun eine kleine Auswahl seiner Werke veröffentlicht hat, ist der Rorschacher Kunstschaffenden Karin Kräutler zu verdanken.

Sie kennt seine Geschichten und Gedichte bereits seit mehreren Jahren und ermutigte ihn dazu, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei der Auswahl der Texte stand sie ihm beratend zur Seite und zeigte sich für die Bebilderung des Buches verantwortlich.

Keine Tatsachenberichte

In «…und flogst davon» erzählt der Geschichtenschreiber unter anderem von seiner Kindheit in Buechen und von seinem diakonischen Jahr im bündnerischen Schiers, wo er als junger Mann im Spital arbeitete. Auch aktuellere Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen inspirierten ihn zu seinen Texten.

Der Journalist betont, dass es sich dabei nie um Tatsachenberichte handelt. Vielmehr nehme er seine Beobachtungen und Erfahrungen als Grundlage und lasse dann seiner Phantasie freien Lauf. «Meine Geschichten enthalten viele persönliche Gedanken», sagt er. Viele davon spielen in der Natur, oft natürlich in der Seeregion, wo er sich zu Hause fühlt.

Mit dem Zug die Welt entdecken

Von Zeit zu Zeit macht sich Peter Beerli aber auf, die Welt zu entdecken. Spontan setzt er sich in den Zug, ohne ein bestimmtes Ziel, um sich von der Fremde neu inspirieren zu lassen.

Erst kürzlich verschlug es ihn auf einer solchen Reise ins bayrische Nördlingen, wo er neue Energie tanken konnte. «Auf diesen Reisen finde ich Zeit, meine Gedanken zu ordnen», sagt er. Gedanken, für die er vielleicht bald in neuen Geschichten Verwendung findet.

Peter Beerli liest Auszüge aus «…und flogst davon»: Am Sonntag, 1. September, um 10.30 Uhr im Kunstraum an der Eisenbahnstrasse 30 in Rorschach (vis-à-vis der Bäckerei Egger).