Er ist ein sicherer Wert

Thomas Scheitlins Wiederwahl am 25. September als Stadtpräsident ist Formsache. Der 63-Jährige ist seit zehn Jahren im Amt und ein sicherer Wert. Die Stadt St. Gallen kennt kein eigentliches Präsidialamt, wie andere grosse Schweizer Städte es zum Teil haben.

Daniel Wirth
Merken
Drucken
Teilen

Thomas Scheitlins Wiederwahl am 25. September als Stadtpräsident ist Formsache. Der 63-Jährige ist seit zehn Jahren im Amt und ein sicherer Wert. Die Stadt St. Gallen kennt kein eigentliches Präsidialamt, wie andere grosse Schweizer Städte es zum Teil haben. Aus diesem Grunde ist es auch nicht immer Thomas Scheitlin, der sich vorne hinstellt, um dem Stimmvolk eine Vorlage zu «verkaufen». So nahm er sich denn auch zurück, als die Stadt mit ihrem Geothermie-Projekt landesweit für Schlagzeilen sorgte und viel Lob erntete.

Dem Freisinnigen wird von seinen Kritikerin Mut und Kreativität abgesprochen. Doch gerade mit dem Geothermie-Projekt hat die Stadt eine Pionierrolle eingenommen. Dass das Stimmvolk dafür einen Kredit über 60 Millionen Franken sprach, zeugt von Vertrauen in den Stadtrat mit Scheitlin an der Spitze. In St. Gallen wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Der Stadtpräsident, der hier aufgewachsen ist, weiss das genau und regiert pragmatisch – inszenierte Auftritte vor den Medien sind nicht seine Sache.

Seit er im Amt ist, konnte der Steuerfuss um 15 Prozentpunkte gesenkt werden. Das geschah vor dem Hintergrund grosser Investitionen, die nötig waren, um die Stadt für Zuzüger und Unternehmen attraktiver zu machen. Scheitlin ist Mitglied des Kantonsrates. Er ist gut vernetzt und kennt das politische System wie nur wenige andere. Im Kantonsrat stimmt er manchmal für Sparvorlagen, die der Stadt auf den ersten Blick schaden. Er tut dies dann, wenn er bei der Vorberatung des Geschäfts schon das Maximum für die Stadt herausgeholt hat.