Er haut mit 96 Jahren noch in die Tasten

Gestern feierte alt Primarlehrer Eugen Nef seinen 96. Geburtstag. Ein stolzes Alter, das ihn nicht daran hindert, als Pianist des Thaler Senioren-Quintetts schwungvoll in die Tasten zu greifen – und begeisterten Applaus zu ernten.

Gisela Tobler
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96 und kein bisschen müde: Eugen Nef am Klavier; hinten Peter Häfelin (Violine) und Erwin Steger. (Bild: Gisela Tobler)

96 und kein bisschen müde: Eugen Nef am Klavier; hinten Peter Häfelin (Violine) und Erwin Steger. (Bild: Gisela Tobler)

THAL. Der nächste Auftritt steht am 9. Februar auf dem Programm, am Fasnachtsdienstag im Altersheim Trüeterhof. «Das gehört seit 30 Jahren zur Tradition», erklärt «Bandleader» Eugen Nef, der mit seinem Senioren-Quintett immer noch bis zu zehn Auftritte im Jahr absolviert, zum Beispiel an Altersnachmittagen oder Jubiläen.

Formation besteht seit 1944

Die Wurzeln des Thaler Senioren-Orchesters gehen auf das Jahr 1944 zurück. Eugen Nef war 25 Jahre alt, als er das Trio Oberfeld gründete, mit dem er zahlreiche Anlässe musikalisch begleitete. Nach der Jahrtausendwende erfolgte eine Neuauflage als Senioren Sextett. Von Beginn weg dabei war Ehefrau Margrith, die zeitlebens die Handharmonika spielte. Vor drei Jahren verstarb sie, worauf das Sextett zum Quintett mutierte. Neben Eugen Nef am Klavier gehören auch Erwin Steger (Handharmonika), dessen Ehefrau Beatrice sowie Peter Häfelin (beide Violine) und Elisabeth Hiltebrand (Cello) zum Thaler Senioren-Quintett, das bei jedem Auftritt begeisterten Applaus erntet.

«Nein, wir proben nicht jede Woche», verrät Eugen Nef, «nur vor einem Auftritt.» Er selbst setze sich aber jeden Tag mehrmals ans Klavier, «weil ich gerne musiziere und auch mein Arzt meint, dass es mir gut tut». Rücksicht auf lärmempfindliche Nachbarn braucht er nicht zu nehmen, denn er bewohnt noch immer sein schmuckes Einfamilienhaus, das er 1952 bauen liess.

60 Jahre Organist

Den Haushalt schafft er zum grossen Teil allein, «Kaffee und Kuchen bringe ich auf jeden Fall auf den Tisch, wenn Besuch kommt», meint er schmunzelnd. Am Sonntag ging ihm allerdings Tochter Susi tatkräftig zur Hand. Eugen Nef feierte nämlich seinen 96. Geburtstag, weshalb es zahlreiche Gratulanten zu bewirten gab. Auch das Telefon klingelte pausenlos. Der Jubilar liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen, sondern schien den Rummel sehr zu geniessen.

Immer spannend wird es, wenn Eugen Nef von früher erzählt. Zum Beispiel, wie er im November 1939, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und kurz vor seinem 20. Geburtstag, als evangelischer Primarlehrer und Organist nach Thal kam, wo die Schule bis 1962 nach Konfessionen getrennt war. Neben dem Schul- und Orgeldienst übernahm er für vier Jahre den Kirchenchor und begleitete während 44 Jahren den Männerchor. 1982 wurde er pensioniert, aber den Orgeldienst versah er noch bis 2000, also total 60 Jahre. Seine Zeit als Lehrer hat er in bester Erinnerung. «Wenn ich nochmals wählen könnte, würde ich alles wieder genau gleich machen.» Sein Vater habe immer gehofft, dass er wenigstens Sekundarlehrer werde, «aber für mich ist das nie in Frage gekommen».

Aktiv ins Alter gehen

Hat Eugen Nef ein Rezept, wie man im Alter so fit und gesund bleibt? «Ich war immer aktiv, habe viel musiziert und auch oft und gerne im Garten und mit Holz gearbeitet, statt nur am Schreibtisch zu sitzen», verrät er, «das hat mir offensichtlich gut getan.» Und eine Portion Glück sei wohl auch mit im Spiel.

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