Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Er bringt alle in Fahrt

Roger Etter ist für die Auszeichnung als bester Fahrlehrer der Schweiz nominiert. Autos sind für ihn weit mehr als ein Arbeitswerkzeug, er hat Benzin im Blut.
Nina Rudnicki
Roger Etter gehört zu den beliebtesten Fahrlehrern der Schweiz. (Bild: Ralph Ribi)

Roger Etter gehört zu den beliebtesten Fahrlehrern der Schweiz. (Bild: Ralph Ribi)

Nina Rudnicki

stadtredaktion

@tagblatt.ch

Es ist sieben Uhr morgens und Roger Etter sitzt in seinem VKU-Schulraum an der Langgasse. Noch hat der Fahrlehrer Zeit für einen Kaffee. Bereits um acht Uhr erwartet er allerdings ein Fernsehteam, das mit ihm zusammen auf den Ostschweizer Strassen unterwegs sein wird. Roger Etter ist gefragt: Er ist für den Preis des besten Fahrlehrers der Schweiz nominiert. Bereits zum zweiten Mal hat er zudem die Auszeichnung des besten Ostschweizer Fahrlehrers erhalten. Das Besondere an der Auszeichnung ist, dass nebst der Anzahl bestandener Fahrprüfungen auch die Bewertungen der Fahrschüler einfliessen. Auf der Plattform superfahrlehrer.ch können sie ihre jeweiligen Fahrlehrer beurteilen. «Aus diesem Grund macht mich der Preis besonders stolz», sagt Etter. «Die Auszeichnung zeigt, dass ich meinen Job gut mache.»

Roger Etter ist Amerika-Fan. Die Vitrinen in seiner Fahrschule zieren amerikanische Modell-Autos. Und privat besitzt er nebst seinen Audi-Fahrschulautos einige amerikanische Klassiker. Über Facebook verkauft er regelmässig amerikanische Jacken und Kappen mit dem Logo seiner Fahrschule, des Stardrive-Sterns, die bei seinen Fahrschülern sehr beliebt seien. «Hinzu kommt, dass ich ganz anders aussehe als ein typischer Fahrlehrer», sagt der 46-Jährige. Etter ist an seinem ganzen Körper tätowiert. Auf seinem linken Bein sind seine Autos abgebildet – sein Hummer, sein Camaro und seine Corvette 79. Und auf sein rechtes Bein hat er sich seinen Firmennamen stechen lassen.

Kein Tag ohne kritische Situation

300 bis 400 Kilometer legt Roger Etter am Tag zwischen St. Margrethen und Herisau mit seinen Fahrschülern zurück. Es gibt keinen Tag, an dem er nicht mindestens eine kritische Situation erlebt. «Als Fahrlehrer musst du immer konzentriert und bereit sein, einzugreifen», sagt er. Es könne beispielsweise vorkommen, dass ein Fahrschüler während des Überholens auf der Autobahn einen Lastwagen nicht sehe, dass er einen Vortritt missachte oder die Geschwindigkeit eines E-Bikes unterschätze. Eine weitere Herausforderungen sei zudem das zunehmende Verkehrsaufkommen. «Aber egal, wie stressig eine Situation gerade ist oder welchen Fehler der Fahrschüler gemacht hat, ich bleibe immer sachlich«, sagt er. «Fehler gehören zum Lernen dazu.»

Roger Etter arbeitet seit 2015 als selbständiger Fahrlehrer. Zuvor war er bereits Fahrlehrer in der Armee und unterrichtete mit Personenwagen, Puchs, Duros und Radschützenpanzern. Er arbeitete zudem als Lastwagenfahrer und davor als Poststellenleiter. Nach einem Bandscheibenvorfall liess er sich schliesslich zum Fahrlehrer ausbilden. Ausgleich zu seiner Arbeit findet er bei seinen amerikanischen Autos und zu Hause in Wienacht, wo er zusammen mit seiner Freundin und unter anderem vier Hunden, mehreren Katzen, Hängebauchschweinen und Fischen lebt. Früher hat der gebürtige Wittenbacher zudem als Sänger in der St. Galler Rockband Camelot gesungen. Mittlerweile hat er dafür allerdings keine Zeit mehr.

Auch als bester Fahrlehrer muss Roger Etter Niederlagen einstecken. Einmal übernahm er eine Fahrschülerin, die bereits 120 Fahrstunden bei einem anderen Fahrlehrer absolviert hatte. «Wir fuhren los und ich merkte schon nach wenigen hundert Metern, dass sie das Auto nicht geradeaus lenken kann», sagt er. «Ich schenkte ihr die Fahrstunde und riet ihr, das Autofahren aufzugeben.» Solche Fälle seien die Ausnahme und viel Übung könne aus fast jedem einen soliden Autofahrer machen. Roger Etter ist allerdings überzeugt: «Nebst Talent gibt es auch so etwas wie ein Auto-Gen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.