Entwicklungswellen am See

RORSCHACH. Seehof Ost, Löwengarten-Areal, Coop-Areal: Gebiete mit Entwicklungspotenzial. Und dieses will der Stadtrat fördern. Während im Seehof Ost die Planungen schon weit fortgeschritten sind, harzt es auf dem Löwengarten-Areal.

Marianne Bargagna
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Heute noch überirdisch, in nicht allzu ferner Zeit in einer Garage: Die Parkplätze auf dem Areal Seehof Ost. (Bild: Dominik Bärlocher)

Heute noch überirdisch, in nicht allzu ferner Zeit in einer Garage: Die Parkplätze auf dem Areal Seehof Ost. (Bild: Dominik Bärlocher)

RORSCHACH. Wer durch die Stadt flaniert, entdeckt nicht nur idyllische Ecken, sondern auch klaffende Baulücken. Neben der Baustelle der Raiffeisenbank zum Beispiel. Dort stand einst der «Seehof». Bis 1978. Dann wurde er abgerissen. Oder das Löwengarten-Areal. Hinter mannshohen Zäunen liegt das Grundstück seit fünf Jahren brach, wuchert das Unkraut. Aber während sich über dem Seehof Ost mehr als nur Morgenröte abzeichnet, hängen über dem Löwengarten-Gebiet noch dunkle Wolken.

110 Parkplätze

Doch zurück an die Hauptstrasse, auf das Seehof-Ost-Areal. Stadtpräsident Thomas Müller sagt, dass mit einem potenziellen Käufer für das Areal bereits konkrete Gespräche geführt worden seien. Heute noch können auf dem Grundstück, das der Stadt gehört, Autos abgestellt werden. Das soll auch in Zukunft der Fall sein, dann aber in einer Parkgarage. Denn: Stadtrat und Investor, der übrigens aus der Ostschweiz kommt, hätten einen Kaufpreis in Aussicht genommen mit der Auflage, dass der Käufer und die Bauherrschaft eine öffentliche Parkgarage mit 110 Plätzen realisiert, sagt Thomas Müller und fügt an, dass noch vor Weihnachten das definitive Vorgehen festgelegt werden soll.

Städtebauliche Ziele

Etwas harziger als auf dem Seehof-Ost-Areal läuft es auf dem Löwengarten-Areal. Die im Mai 2007 erlassene Planungszone läuft im nächsten Frühjahr aus. Mit Blick auf das etwa 8000 Quadratmeter grosse Grundstück sagt Stadtpräsident Müller: Aus städtebaulicher Sicht wäre es sinnvoll, wenn das angrenzende Sonnenhalden-Areal mit einbezogen werden könnte. Ein Kaufvertrag zwischen den beiden Eigentümern liege im Entwurf vor. Der Eigentümer des Sonnenhalden-Areals habe aber den Beurkundungstermin aufgeschoben, sagt Müller. Vorgesehen ist, dieses Land, das heute noch in der Industrie- und Gewerbezone liegt, als Wohn-Gewerbe-Zone auszuscheiden. Der Stadtrat habe die entsprechenden Schritte bereits eingeleitet. Dies mache Sinn, liege es doch inmitten eines Wohngebietes.

Coop, Curti-Platz und Gross

Es gibt aber noch weitere Gebiete, wo sich die Stadt entwickeln kann. Müller nennt das Coop-Areal. Coop und Stadt führten Gespräche über die Form der Überbauung. Der Investitionsentscheid von Coop hänge aber davon ab, ob und welche Grundstücke der Grossverteiler bergseits erwerben könne.

Nochmals einen Anlauf nehmen werde die Stadt in Sachen Curti-Platz, welcher der Stadt gehört. Die Liegenschaft daneben, auf welcher der Denner steht, ist Privateigentum. Die Zusammenführung dieser Areale betrachtet Müller als sinnvoll. Die Stadt sei denn mit dem Grundeigentümer auch in Kontakt. Müller erklärt, dass bisherige Projekte an diesem Ort gescheitert seien wegen der privat-rechtlichen und im Grundbuch eingetragenen Höhenbeschränkung. Sollte der Eigentümer an dieser Beschränkung festhalten, so sei eine wirtschaftliche und städtebaulich sinnvolle Überbauung wohl kaum möglich.

Schliesslich erwähnt Müller die Liegenschaft Gross am Trischliplatz, welche die Stadt erst kürzlich gekauft hat, «um sie einer geeigneten Nutzung zuzuführen und dem spekulativen Liegenschaftenmarkt und damit einem Stillstand zu entziehen». Müller verrät, dass bereits Gespräche mit einer Ostschweizer Ladenkette geführt würden. Diese wiederum habe einen Architekten beauftragt, eine Lösung zu finden, die private Nutzung und städtebauliche Ziele vereinbare.

Hotel und Promenade

Dann noch ein Blick Richtung Seeufer Ost. Hier besitzt die Stadt Land, das auf Rorschacherberger Boden liegt. Grundstückbesitzer in diesem Gebiet sind auch die SBB. Und eben für dieses Gebiet lancieren die Stadt und die SBB Anfang 2012 einen Investorenwettbewerb für ein Hotel (Tagblatt vom 21. Oktober). In diesem Zusammenhang sei der Stadt die touristische Entwicklung am Schweizer Ufer wichtig. Und dass das Seeufer über eine als Promenade gestaltete Freifläche erreicht werden kann.