ENTWICKLUNGSKONZEPT FÜR DAS QUARTIER: Die Stadt belebt die Neustadt

Die Stadt gibt das Startzeichen zur Entwicklung des Rorschacher Neustadtquartiers für mehr Wohnraum: Sie kauft die Parzellen mit der aufgegebenen Mühle und bietet diese Investoren an.

Fritz Bichsel
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Fritz Bichsel

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Ein Konzept zeigt, wie das Quartier nördlich der Stadtwald-Hochhäuser zwischen Bahnlinie und Löwenstrasse erneuert werden kann. Diesen Plan mit der Neustadtstrasse im Mittelpunkt liess der Stadtrat erarbeiten. Mit dem Kauf der vor zwei Jahren aufgegebenen Futtermühle stösst er nun auch die Umsetzung an. Die Stadt kaufte die beiden Parzellen, gut 1900 Quadratmeter, von der O. Studer AG für 1,1 Mio. Franken. Die Liegenschaft soll wieder verkauft werden. Damit kommt sie ins Finanzvermögen und liegt der Kauf in der Kompetenz des Stadtrates. Dank Mieteinnahmen entstehen keine Kosten.

Eigentümer und Bewohner einbezogen

«Für Erneuerung im dicht überbauten Rorschach ist entscheidend, dass bereits überbaute Flächen erhältlich sind», sagt Stadtpräsident Thomas Müller. Der Stadtrat kauft deshalb laufend strategisch wichtige Liegenschaften – derzeit auch in der Umgebung des künftigen Stadtbahnhofs.

Weiter westlich erkundete die Stadt mit dem vom Bund unterstützten Projet urbain, wie zur Zeit der Industrialisierung entstandene Quartiere erneuert werden können. Interesse von Eigentümern zeigte sich besonders an der Neustadtstrasse, wo Betriebe aufgegeben wurden oder davor stehen. Zudem sind angrenzend grosse Änderungen geplant mit einem Autobahnzubringer ab der Industriestrasse. Die Bereitschaft von Eigentümern, alte Liegenschaften zu modernisieren oder durch Neubauten zu ersetzten, förderte der Einbezug der Bewohner – wofür die Stadt einen Preis erhielt: Auch sie sind an Neuem interessiert.

Das Quartier wurde eines der Entwicklungsgebiete im Konzept für die ganze Stadt. Der Plan zeigt, wo Neubauten und eine neue Zufahrt (in der Grafik rot) denkbar sind. Er enthält aber auch Gestaltung der Strassenräume, Offenlegung des Bachs, Einbezug des Kindergartens in eine Überbauung oder neue Spielflächen. Das Quartier umfasst Industrie-/Gewerbezone, Wohn-/Gewerbezone und öffentliche Fläche. Für produzierendes Gewerbe eignet es sich aber kaum mehr. Nach Auskunft von Thomas Müller fördert die Stadt hier zentrumsnahes Wohnen und ruhiges Gewerbe.

In Etappen zu mehr Wohnraum

Ein Investor plant bereits. So rechnet der Stadtpräsident mit ersten Neubauten etwa in zwei Jahren. Weitere Investoren seien interessiert. Sie möchten aber nebst der Liegenschaft, welche die Stadt nun anbieten kann, weitere Flächen kaufen. Deshalb wird in Etappen vorgegangen, jeweils mit einem Teilzonenplan für ein Projekt, das auf den Gesamtplan abgestimmt ist. So kann auch die Bürgerschaft mitbestimmen.