«Entscheid zum Verzicht ist mir schwergefallen»

Nachgefragt

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Als möglicher Nachfolger von Stadtrat Nino Cozzio, der Ende Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten wird, ist auch Martin Würmli genannt worden. Doch der ehemalige Präsident der CVP der Stadt St. Gallen und ehemalige Stadtparlamentarier verzichtet auf eine Kandidatur. Die Gründe dafür sind vielschichtig, und es ist auch nicht ausgeschlossen, dass der 39-jährige Martin Würmli, der seit drei Jahren Stadtschreiber in Zug ist, hierher zurückkehren wird.

Martin Würmli, weshalb wollen Sie nicht Nachfolger von Stadtrat Cozzio werden?

Den Rücktritt von Nino Cozzio bedauere ich sehr. Ihm ging es nie um sich selbst, sondern immer um das Wohl der Allgemeinheit. Es ehrt mich, als sein möglicher Nachfolger im Gespräch zu sein. Der Entscheid zum Verzicht auf eine Kandidatur ist mir nicht leichtgefallen. Denn St. Gallen liegt mir am Herzen. Andrerseits bin ich hier in Zug in viele Projekte involviert, die mir wichtig sind.

Was ist derart wichtig, dass Sie auf ein Stadtratsamt in der Stadt St. Gallen verzichten?

An erster Stelle steht hier sicher das Grossprojekt zur Zentralisierung der Stadtverwaltung Zug: Im Jahr 2019 soll die Stadtverwaltung von heute vier Standorten in einen Standort in der Nähe des Bahnhofs überführt werden. Ich leite dieses Projekt. Die Planung wäre erst 2018 in einem Stadium, in dem ich meine heutige Tätigkeit mit guten Gewissen aufgeben könnte. Zudem bin ich auch noch in die Vorbereitung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes involviert, das 2019 in Zug ausgetragen wird. Zusammengefasst: In Zug habe ich in meinem Leben 2014 ein Kapitel aufgeschlagen, das heute noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Hätte Sie der Zuger Stadtrat unter diesen Umständen überhaupt gehen lassen?

Der Stadtrat hätte mir grünes Licht gegeben, was ich schätze.

Dann hätten Sie doch mit gutem Gewissen nach St. Gallen zurückkehren können?

Alles in allem überwiegen für mich im Moment die Gründe, auf eine Kandidatur zu verzichten. Der Entscheid fiel mir umso schwerer, als ich mir mittel- bis langfristig tatsächlich auch vorstellen könnte, in St. Gallen eine neue Verantwortung zu übernehmen. Wer weiss, vielleicht tut sich in ein paar Jahren nochmals eine Möglichkeit auf, und dannzumal könnten auch andere Überlegungen für einen Wechsel sprechen.

Etwa, wenn ein neuer Stadtpräsident gesucht würde?

Zum Beispiel dann, ja. (dwi)