Entscheid soll an der Urne fallen

ANDWIL. An der Schulbürgerversammlung Andwil-Arnegg gehen die Wogen hoch. Nach einer emotionalen Debatte stimmen die Schulbürger einem Auftrag von Peter Boppart zu. Der Schulrat soll eine Urnenabstimmung über eine Fusion ermöglichen.

Rafael Rohner
Drucken
Teilen
Wie es mit der Schulgemeinde Andwil-Arnegg weitergehen soll, ist weiterhin offen. (Bild: Benjamin Manser)

Wie es mit der Schulgemeinde Andwil-Arnegg weitergehen soll, ist weiterhin offen. (Bild: Benjamin Manser)

Am Schluss ist das Abstimmungsergebnis deutlich. Mit grosser Mehrheit stimmen die Schulbürger von Andwil und Arnegg am Montagabend einem Auftrag von Peter Boppart zu. Der Schulrat soll demnach die Gemeindeordnung so abändern, dass eine Grundsatzabstimmung an der Urne möglich wird – so zum Beispiel über eine Fusion mit Gossau oder eine Einheitsgemeinde Andwil.

Als die rund 200 Schulbürger in der Mehrzweckhalle Ebnet bei diesem wegweisenden Entscheid die Stimmausweise in die Höhe strecken, ist Antragssteller Peter Boppart die Erleichterung anzusehen. Der Andwiler CVP-Kantonsrat hat für dieses Ergebnis gekämpft. Während der Debatte ist er mehrmals aufgestanden, hat das Wort ergriffen oder ist ein paar Schritte hin und her gelaufen. Und einmal, als Boppart in den Saal ruft, da unterbricht ihn Schulratspräsident Emanuel Kummer etwas brüsk. In dieser Phase droht die Stimmung kurzzeitig zu kippen. Verwunderlich ist das nicht. Zur Debatte steht nichts Geringeres als die Zukunft der Schulgemeinde Andwil-Arnegg und der Politischen Gemeinde Andwil.

Sparpaket gestrichen

Der Abend beginnt zunächst ruhig. Schulratspräsident Kummer präsentiert Rechnung und Budget. Die Schulbürger stimmen auch dem Budget diskussionslos und nur mit zwei Gegenstimmen zu. Das ist insofern etwas überraschend, da das Sparpaket der Schule im Budget nicht enthalten ist. Im vergangenen August hatte es noch für viele Schlagzeilen gesorgt. Der Finanzbedarf der Schule bleibt demzufolge in etwa gleich hoch wie im vergangenen Jahr. Lanciert wird die Diskussion später in der allgemeinen Umfrage. Der Arnegger Dorfarzt Patrick Scheiwiler steht auf und stellt sein Rezept für die Zukunft der Gemeinde vor. Zudem präsentiert er zwei Anträge an den Schulrat. Erstens soll dieser das Projekt Einheitsgemeinde Andwil vorantreiben und eine Grundsatzabstimmung vorantreiben. Zweitens bringt Scheiwiler ein neues Szenario ins Spiel: Er schlägt vor, die Primarschule Andwil-Arnegg in die eine Einheitsgemeinde Gossau zu integrieren.

Ein Hin und Her der Präsidenten

Die Anträge werden zwar deutlich abgelehnt. Zuvor lösen sie aber eine rege Diskussion aus. Nebst mehreren Bürgern meldet sich auch Andwils Gemeindepräsident Dominik Gemperli zu Wort. Gemperli ist der Meinung, dass man rechtlich gesehen gar nicht über diese Anträge abstimmen könne. Daraufhin zitiert Schulratspräsident Kummer einen Passus aus dem Gesetz und kommt zum Schluss: «Der Antrag ist legitim.» Das Hin und Her veranlasst Geri Kraft dazu, das Wort zu ergreifen. «Wir gehen in eine falsche Richtung», sagt er, «Andwil und Arnegg gehören zusammen.» Er fände es schade, das Zusammenzuleben zu gefährden. Er erwarte, dass die Behörden sich an einen Tisch setzten und klärten, welche Folgen mögliche Szenarien haben könnten. Als Kraft endet, brandet Applaus durch den Saal. Gemeindepräsident Dominik Gemperli stimmt Kraft zu: «Jetzt müssten Grundlagen für einen Entscheid geschaffen werden.»

«Der Schulrat klemmt»

In der Zwischenzeit hat Peter Boppart einen Zettel hervorgekramt. Von Hand schreibt er darauf den eingangs erwähnten Auftrag an den Schulrat. Derart elementare Fragen sollten gemäss Boppart nicht an einer Bürgerversammlung geklärt werden. Er bedauert, dass der Schulrat die dafür nötige Änderung der Gemeindeordnung nicht selbst beantragt habe. Kurz bevor es zur Abstimmung kommt, sagt Boppart versöhnlich: «Der Schulrat klemmt jetzt noch ein bisschen.» Kummer muss daraufhin lachen: Bei ihm klemme nichts. «Der Auftrag ist schlüssig.»

Aktuelle Nachrichten